Corona

Lufttechnik für Räume - Wanfrieder Niederlassung stellt ihr Umluftmodul vor

Beim Versuch in einer Schule wurden zwei Module verwendet: Nötig ist je nach Raumgröße aber nur ein Modul pro Klassenraum.
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Dieses Umluftmodul ist eine Komfortversion und reinigt die Raumluft: Johanna Grüning (Vertriebsmitarbeiterin), Peter Brengel (Leiter Bauen, Umwelt und Gebäudemanagement), Jens Konradi (Nierderlassungsleiter Schulz und Berger), Bürgermeister Wilhelm Gebhard und Dr. Rainer Wallmann, Erster Kreisbeigeordneter.

Lüften war wohl noch nie zuvor so sehr Thema wie in der aktuellen Coronakrise. Besonders an Arbeitsplätzen, Schulen und Kitas soll die Virenbelastung eines Raumes durch regelmäßigen Luftaustausch reduziert werden.

Wanfried – Deshalb sind derzeit auch spezielle Lüftungssysteme, die die Raumluft filtern, Thema im öffentlichen Diskurs. Solche Geräte entwickelt auch die Lufttechnik-Firma Schulz und Berger, die eine Niederlassung in Wanfried hat. Hauptsitz ist in Altenburg.

Mit der Coronaentwicklung hat die Firma eigene Belüftungsmodule weiterentwickelt und spezielle Filter eingesetzt, die die Luft auch von Viren reinigen soll, erklärt Niederlassungsleiter Jens Konradi. SBV 1200 nennt sich dieses Umluftmodul, das die Firma in dieser Woche dem Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Rainer Wallmann, Peter Brengel, Leiter des Fachbereichs Bauen, Umwelt und Gebäudemanagement, und Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard vorgestellt hat.

Um bis zu 90 Prozent soll das Gerät Viren, Bakterien und Keime aus der Raumluft reduzieren – innerhalb von etwa zehn Minuten. Das Verfahren selbst sei aber nichts Neues und werde zum Beispiel bereits in OP-Sälen eingesetzt.

Das Modul, das es als Basis oder Comfort-Variante gibt, wird an der Decke eines Raumes angebracht. Es saugt verbrauchte Luft nach oben an und gibt gereinigte Luft nach unten wieder ab. Es verspricht einen Luftvolumenstrom von etwa 3000 Kubikmeter pro Stunde. Aber: „Das Gerät ersetzt das Lüften nicht“, betonen sowohl Konradi als auch Wallmann und Berger.

Beim Versuch in einer Schule wurden zwei Module verwendet: Nötig ist je nach Raumgröße aber nur ein Modul pro Klassenraum.

Denn auch wenn das Modul die Luft reinigt, sorgt es nicht für die wichtige Sauerstoffzufuhr. Denn der Kohlendioxidgehalt befinde sich in Klassenräumen oft schon nach 20 bis 30 Minuten im kritischen Bereich. Das Gerät könne aber mit einer Ampel ausgestattet werden, die auch den CO2-Gehalt in der Raumluft misst und ans Lüften erinnert.

„Das Modul dient als Ergänzung, nicht als Ersatz“, sagt Konradi. Das gelte ebenso für das Tragen des Mund-Nase-Schutzes. Denn vor allem dieser schütze vor direkter Tröpfchen- oder Schmierinfektion.

Geprüft hat die Firma das Modul in einer Schule in Thüringen, wo die Luftreinigung gemessen wurde. „Es gibt kein offizielles Testverfahren für Viren“, sagt Konradi. Daher wurde mit mikrobiologischen Ersatzparametern gearbeitet. Bei der Prüfung wurden Partikel in der Raumluft gemessen, die mit Viruspartikeln vergleichbar sind, erklärt Konradi.

Die Kosten für ein Basismodul betragen 5950 Euro – Installation inklusive. „Wir gucken uns alles an. Aber das Entscheidende ist, dass wir raumspezifisch individuelle Lösungen finden“, sagt Wallmann. Je weniger man einen Raum lüften kann, desto mehr mache ein Filtersystem Sinn.

Man müsse aber auch den finanziellen Aspekt im Auge haben, sagt Wallmann. Mit gezieltem und energiesparendem Lüften könne man schon viel erreichen, sagt auch Brengel.

Sinnvoll sei ein Umluftmodul aber nicht nur in Schulen und in Kitas, sagt Konradi. Überall, wo es ein größeres Menschenaufkommen gibt, könne das Gerät zum Einsatz kommen: Auch auf Messen und an Supermarktkassen. (Von Jessica Sippel)

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