Günther Winnige feiert heute runden Geburtstag

Wanfried: Der Mann mit dem Akkordeon wird 80

So wie man ihn kennt: Der begeisterte Musiker und ehemalige Kommunalpolitiker Günther Winnige mit seinem Akkordeon.
+
So wie man ihn kennt: Der begeisterte Musiker und ehemalige Kommunalpolitiker Günther Winnige mit seinem Akkordeon.

Günther Winnige, Träger des Bundesverdienstkreuzes und ehemaliger Wanfrieder Stadtverordnetenvorsteher, feiert heute 80. Geburtstag. Wir blicken auf sein bisheriges Leben zurück.

1940 als Jüngster von fünf Kindern im Sudetenland geboren, wurde Winnige im Kindesalter mit den Grausamkeiten des Zweiten Weltkrieges konfrontiert, „was in vielen persönlichen und beruflichen Bereichen meine Entwicklung mitgeprägt hat“. 1946 wurde die Familie aus Haus und Hof vertrieben. Ein Viehwaggon brachte die Winniges von Schönberg nach Eschwege, die dann in Frieda Wohnraum zugeteilt bekamen.

Kontakt zu seinem Vater konnte er erst mit knapp sechs Jahren herstellen, nachdem dieser 1946 aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte. Die Volksschule in Frieda schloss der ehrgeizige Schüler mit sehr guten Noten ab. Ein Musiklehrer und eine Ordensschwester förderten seine musikalischen Fähigkeiten.

Ein Akkordeon und die Liebe zur Musik begleiten ihn heute noch. Viele Vereinsfeste des Gesangvereins, der Arbeiterwohlfahrt, der SPD in Wanfried oder die Seniorennachmittage der Stadt hat er mit seinem Lieblingsinstrument begleitet.

Als Schiedsrichter bis in die Fußball-Hessenliga

Nach seiner Ausbildung als Schriftsetzer bei Haubold in Eschwege heiratete er seine Frau Erika. Mit ihr zog er die Kinder Martina, Guido und Anja groß. Wanfried wurde ihre Heimat. Die Fußballer des VfL bauten auf Winnige als Torwart und Rechtsaußen. Außerdem pfiff er Fußballspiele bis zur Hessenliga. 1965 schloss sich Winnige der SPD an und trat 1966 in den Polizeidienst ein, wo er 1995 zum Polizeioberkommissar befördert wurde.

In seiner ehrenamtlichen Zeit als Kommunalpolitiker prägte er als Stadtverordnetenvorsteher 17 Jahre das Stadtgeschehen vor Ort. Auch Fraktionsvorsitzender und Stadtverbandschef der SPD war er. Als Würdigung seiner Verdienste überreichte ihm Landrat Stefan Reuß 2010 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik.

„Volkstümlich, geselleig, nah bei den Menschen“

Die Stadt Wanfried bedankt sich für das herausragende Engagement des Ehrenstadtverordnetenvorstehers. „Günther Winnige hat durch sein kommunalpolitisches Wirken maßgeblich die Entwicklung der Stadt Wanfried mitgeprägt“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard, der Winnige damals für den Verdienstorden vorgeschlagen hatte. „Wenn wir auch unterschiedliche politische Ansätze haben, ist Günther Winnige für mich in seinem Wesen ein Vorbild: volkstümlich, gesellig, nah bei den Menschen.“

In den Partnerschaften mit Plouescat und Schörfling sowie Villeneuve les Sablons bringt sich Winnige noch immer ein. Gesangverein, Feuerwehr, DRK-Ortsgruppe, Awo und die IG Heldrastein gehören zu den Vereinen, denen Winnige seine Tatkraft schenkte. Einer guten Partie Skat ist Winnige nicht abgeneigt und mit über 70 Jahren übernahm der ehemalige Polizist das Amt des Sicherheitsbeauftragten für Senioren in Wanfried. (Tobias Stück)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare