25 Jahre Grenzöffnung: Der Mauerfall hat jetzt ein Gesicht

Der Beweis: Stefanie Hannemann aus Großburschla erblickte am 9. November 1989 in Eisenach das Licht der Welt. Am 8. und 9. November wird sie das Aushängeschild der fünf Gemeinden aus Hessen und Thüringen, die das Festwochenende organisieren. Foto: Stück

Wanfried. An zwei Tagen feiern die fünf Nachbarkommunen aus Hessen und Thüringen Wanfried, Weißenborn, Geismar, Treffurt und die Landgemeinde Südeichsfeld die Grenzöffnung vor 25 Jahren. Aushängeschild ist jetzt eine junge Frau aus Großburschla. Denn sie hat an einem besonderen Datum Geburtstag.

Entdeckt hat sie Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard durch Zufall. In einem Lokal kam er mit der jungen Thüringerin Stefanie Hannemann ins Gespräch. Als sie behauptete, am 9. November 1989 geboren worden zu sein und aus Großburschla zu kommen, reifte in dem Mit-Organisator der Jubiläums-Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Grenzöffnung die Idee, die Friseurin zum Aushängeschild des gemeinsamen Festes von fünf Städten und Gemeinden zu machen. Wenige Tage später präsentierte sie das Plakat, das auf das Fest der Gemeinden Weißenborn und Wanfried sowie Geismar, Landgemeinde Südeichsfeld und Treffurt hinweist.

Wilhelm Gebhard ließ sich beim ersten Aufeinandertreffen den Personalausweis zeigen, weil er nicht glauben wollte, dass Stefanie Hannemann so perfekt zu den Jubiläumsfeierlichkeiten passen würde. Die 24-Jährige wohnt im thüringischen Großburschla und arbeitet im hessischen Niederhone im Friseurstudio Bel Hair bei Sabine Wendemuth. Dazu dieses eindrucksvolle Geburtsdatum. Als Gebhard die Geschichte seinen Amtskollegen Thomas Mäurer (Weißenborn), Martin Kozber (Geismar), Andreas Henning (Südeichsfeld) und Michael Reinz (Treffurt) vorstellte, waren sie auch begeistert von der Idee, Stefanie Hannemann in das Fest zu integrieren.

An zwei Tagen feiern die Nachbarn aus Thüringen und Hessen die Grenzöffnung vor 25 Jahren. Das Fest-Wochenende beginnt am Samstag, 8. November, mit einer Gedenkveranstaltung in der Normannsteinhalle in Treffurt. Sie ist der größte Veranstaltungsraum in den fünf Kommunen. Fast 1300 Besucher finden dort Platz. Die Veranstalter hoffen, dass sie am Ende ausverkauft sein wird. „So wie vor fünf Jahren, als wir das 20-jährige Bestehen der Grenzöffnung schon gemeinsam gefeiert haben“, sagt Treffurts Bürgermeister Michael Reinz. 250 Anmeldungen liegen bereits vor. Besonders sind aber die Bürger - vor allem Zeitzeugen - aus allen Ortsteilen der fünf Kommunen eingeladen. Die Ortsvorsteher werden jetzt dafür werben. Zugesagt hat bereits Dr. Sabine Bergmann-Pohl, die letzte Präsidentin der DDR-Volkskammer, die die Festrede halten wird.

Von Tobias Stück

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