Von Nachhaltigkeit überzeugt 

„Wanfried ist in Wiesbaden ein Begriff“: Ministerin Eva Kühne-Hörmann informiert sich über Bürgergruppe

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Justizministerin Eva Kühne Hörmann (links) erkundigt sich bei der Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser, was sich nach dem Demografiepreis 2012 entwickelt hat.

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann war erstaunlich gut informiert über Wanfried und besonders über die Arbeit der Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser.

Das lag nicht daran, dass sie die einzige Ministerin im Kabinett von Ministerpräsident Volker Bouffier ist, die aus Nordhessen kommt. Auch nicht daran, dass ihre Mitarbeiter sie über den Preisträger des Demografiepreises von 2012 besonders gut gebrieft hatte. Nein, die Justizministerin bezieht ihre Informationen aus erster Hand.

Ihr ehemaliger Fahrer hatte zusammen mit seiner Frau, die mittlerweile ebenfalls Mitglied der Bürgergruppe ist, in Wanfried ein Haus gekauft und aufwendig und besonders hübsch saniert. Bei gemeinsamen Fahrten wurde sie über den Baufortschritt auf dem Laufenden gehalten. Klar, dass die Ministerin bei ihrem Besuch in Wanfried am Donnerstagmorgen auch den ehemaligen Mitarbeiter besuchte und sich das Ergebnis der Renovierung vor Ort anschaute. Das Ergebnis überzeugte sie so sehr, dass sie gleich ein paar Minuten zu spät zum Termin mit der Bürgergruppe erschien.

Von Nachhaltigkeit überzeugt 

Die Gruppe wollte sie sehen, weil die Wanfrieder Initiative vor acht Jahren mit dem hessischen Demografiepreis ausgezeichnet wurde. Den gibt es seit zehn Jahren und Kühne-Hörmann besucht alle Preisträger, um sich von der Nachhaltigkeit der Bemühungen zu überzeugen. So richtig aus ihrem Blickfeld sei Wanfried nicht verschwunden, berichtet sie von ihrer Arbeit in verschiedenen Gremien. Die Wanfrieder Bemühungen, Leerstand zu bekämpfen und dem demografischen Wandel entgegenzuwirken, kommen auch in Wiesbaden an. „Wanfried ist dort ein Begriff“, sagt Kühne-Hörmann und spricht sogar von einer Marke.

Die Bürgergruppe wurde 2006 gegründet und hat 65 Häuser vermittelt. Bürgermeister Wilhelm Gebhard sieht die Gruppe als Garant dafür, dass die Bevölkerungszahl leicht ansteigt. Seit 2011 gibt es mehr Zu- als Wegzüge, seit drei Jahren steigt die Bevölkerungszahl wieder unter dem Strich. Damit habe man dem Hildesheimer Bevölkerungsmodell getrotzt, dass für das Jahr 2019 eine Einwohnerzahl von weniger als 4000 Menschen für Wanfried vorausgesagt hatte. Heute leben hier fast 4200 Männer und Frauen. 

Hohes persönliches Engagement 

Kühne-Hörmann sieht die Arbeit der Bürgergruppe als Blaupause für andere Städte und Initiativen und erkundigte sich, wie man das Erfolgsmodell kopieren könne. Trotz Interesses anderer Städte und Vorträge der Bürgergruppe konnte das System bislang nicht 1:1 an anderen Orten übernommen werden, wie Gebhard berichtet. In Wanfried gebe es ein hohes persönliches Engagement mit guter Anbindung an die Stadtverwaltung.

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