Gästeführerzunft kombinierte Weltgästeführertag in Wanfried mit 1200-jähriger Stadtgeschichte

Mittelalterabend im Schlosshof

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Heiß und hell wurde es, als Dr. Arne Zibat (oben) und Christine Zibat von Asgardi-Feuerkunst aus Bad Sooden-Allendorf den Innenhof des Landgrafenschlosses kurzzeitig in ein gleißendes Flammenmeer tauchten.

Wanfried. Mittelalterliche Klänge erfüllten am Sonntagabend den Hof des Landgrafenschlosses in Wanfried, wo die Gästeführerzunft der Stadt anlässlich des Weltgästeführertags den Auftakt zu den Feierlichkeiten der urkundlichen Ersterwähnung der Stadt vor 1200 Jahren bildete.

Vollständig in ihre historischen Gewänder gehüllt begrüßten die zwölf ehrenamtlichen Gästeführer der Stadt die Besucher bei Glühwein, Kinderpunsch und Fettenbrot. Der Eintritt in den Schlosshof, den die Familie von Hagen gratis zur Verfügung gestellt hatte, war frei. Lediglich um Spenden baten die Gästeführer. Schließlich mussten aus dem Verkaufserlös von Getränken und Fettenbrot sowie den Spenden auch die Künstler bezahlt werden, die an diesem Abend für Unterhaltung sorgten. Das übrige Geld soll der Stadt für die Feierlichkeiten am letzten Augustwochenende gespendet werden.

Weil aber vor 1200 Jahren nicht nur Wanfried noch in den Kinderschuhen, sondern ganz Deutschland im tiefsten Frühmittelalter steckte, war das Thema der Veranstaltung quasi vorgegeben. Die Eröffnung übernahm ab 19 Uhr Gästeführerin Annegret Bamberg in ihrer Rolle als Sophia von Gandersheim. „Mir fiel diese Aufgabe zu, weil Sophia die älteste Figur ist, die wir Gästeführer darstellen“, sagt Bamberg. Als Sophia 975 geboren wurde, war Wanfried gerade einmal 162 Jahre alt.

Neben den kostümierten Gästeführern und den rund 1000 Jahre alten Gemäuern des Schlosses, die von Feuerschalen im Hof und Kerzen in den Fenstern in stimmungsvolles Licht getaucht wurden, sorgten die Spielleute der Gruppe „Narrengold“ aus Bad Sooden-Allendorf für mittelalterliche musikalische Umrahmung.

„Bei dieser Kälte ist der Dudelsack am empfindlichsten und kann kaputtfrieren“, erklärt Rico Wetzel. Die Dudelsäcke aber hielten und nur die Wanfrieder Feuerwehr, die ob der vielen Feuerschalen im Hof sicherheitshalber angerückt war, wirkte in den neuzeitlichen Uniformen ein wenig befremdlich.

Wanfrieder Gästeführerzunft: Hier ist Feuer drin

Den krönenden Abschluss aber bildete der Auftritt von Asgardi, die mit ihren Feuerkunststücken für zahlreiche „Jubel“-Rufe der Wanfrieder sorgten.

Die Gästeführer waren jedenfalls zufrieden. Trotz Kälte kamen an diesem Abend über 100 Gäste in den Schlosshof.

Von Wolfram Skupio

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