Moderne Jagdmusik: Wanfrieder Quartett haut in die Quasten

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Sie sind das Quasten-Quartett: Gernot von Hagen (links) hat seinen Sohn Claudius (rechts) sowie Thilo und Carsten Vogt (kleines Foto) mit seiner Jagdbegeisterung angesteckt. Sie haben ihn und seine sonore Stimme dafür in die Band aufgenommen.   

Wanfried. Dass jagdliche Klänge junge Menschen ansprechen können, verkörpert momentan das Quasten-Quartett. Vier Männer aus Wanfried vereinen Rock’n’Roll, Blues und Gitarrenmusik mit eindrucksvollen Texten.

Die erste Assoziation mit Jagdmusik lässt nichts Frisches erahnen: Dicke Lodenmäntel, grüne Hüte aus Filz und Blasmusik mehrstimmig aus den verschiedenen Hörnern. Jagdmusik hat einen verstaubten Charakter und wird eher zu 80. Geburtstagen eingeordnet, denn auf Konzerten mit jungen Menschen.

Claudius (33) und Gernot von Hagen (71) sowie Thilo (33) und Carsten Vogt (36) bilden das auf den ersten Blick ungleiche Quartett. Die vier Wanfrieder verbindet seit mehreren Jahrzehnten über die Jagd aber viel mehr. Sie sind nicht nur Vater und Sohn, sondern echte Freunde - trotz des Altersunterschieds. Mit Jagdbegeisterung infiziert Gernot von Hagen hat in der Vergangenheit alle drei Bandmitglieder mit seiner Jagdbegeisterung angesteckt. Er betreibt zwei Reviere und bietet dem Nachwuchs dort Raum zu jagen. Im Gegenzug haben die drei Jungs ihren jagdlichen Ziehvater mit ins Studio genommen, um das erste gemeinsame Lied einzusingen. „Wegen seiner sonoren Stimme“, sagt Carsten Vogt. Thilo Vogt ist der kreative Kopf des Quasten-Quartetts. In langen Ansitzstunden hat er Muße, über Harmonien und Reime zu sinnieren. Die Initialzündung für den Debütsong war Thilo Vogts erste Drückjagd in Sachsen-Anhalt. Er schrieb das Gedicht „Waidmannsheil“. Anschaulich beschreibt es die Gefühle und Spannung eines Treibens im Winterwald. Die passende Melodie hatte er erst knapp zwei Jahre später im Kopf. Musikalisch vorbelastet war Thilo ebenso wie sein Bruder Carsten und Claudius von Hagen. Die drei hatten bereits mehr als 50 Auftritte als Cover- und Party-Band absolviert. Alle drei singen und spielen Gitarre, Thilo Vogt obendrein Bass-Gitarre, Bruder Carsten Trompete und Fürst-Pless-Horn, Claudius Schlagzeug. Die fehlende Bass-Stimme wurde mit Gernot von Hagen schnell gefunden. „Ich bin eines von sieben Geschwistern. Wir mussten in unserer Familie jedes Lied vierstimmig singen. Heute bin ich in einem Madrigalchor aktiv“, sagt der Senior. Der Stil liegt irgendwo zwischen typischer Wiener Schrammelmusik und Reinhard Mey: Melodiös, romantisch, für einige Zuhörer vielleicht zu dicht am Kitsch. Dazu Elemente aus Rock und Blues.

Sie sind das Quasten-Quartett: Gernot von Hagen (links) hat seinen Sohn Claudius (rechts) sowie Thilo und Carsten Vogt (kleines Foto) mit seiner Jagdbegeisterung angesteckt. Sie haben ihn und seine sonore Stimme dafür in die Band aufgenommen.   

Die Mischung kommt an. Auf der Video-Plattform Youtube wurde das Debütvideo mehr als 20 000 Mal angeklickt. In den Downloadcharts von Luxemburg schaffte es das Quartett aus Platz 76. Vier Lieder haben sie bisher in einem Eschweger Studio aufgenommen. Bis zum nächsten Frühjahr soll eine CD aufgenommen werden. Mit Auftritten, die in der Jagdszene ständig angefragt werden, wird es zunächst schwierig. Die drei jüngeren Bandmitglieder leben in Hamburg, Braunschweig und Karlsruhe. Einen ersten Live-Auftritt müsste es deswegen sicherlich in der Heimat in Wanfried geben.

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