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Montag Prozess gegen 38-Jährigen, der Polizisten mit Messer bedroht hat

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Von: Tobias Stück

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Ein 37-Jähriger hat auf der B250 zwischen Wanfried und Heldra bei Altenburschla Polizisten mit einem Messer angegriffen. Die Beamten nutzten darauf ihre Schusswaffen.
Ein 37-Jähriger hat auf der B250 zwischen Wanfried und Heldra bei Altenburschla Polizisten mit einem Messer angegriffen. Die Beamten nutzten darauf ihre Schusswaffen. © Hessennews.TV

Am Montag steht ein 38 Jahre alter Mann vor dem Kasseler Landgericht, der im vergangenen Jahr Autofahrer und Polizeibeamte bei Altenburschla mit dem Messer bedroht haben soll.

Altenburschla/Kassel – Das berichtet die Staatsanwaltschaft im Kassel vor Prozessauftakt. Es kam zu einem Verkehrsunfall. Um ihn zu abzuwehren, hatte einer der Polizisten auf den Mann geschossen.

Verhandelt werden am Montag aber nicht die Schüsse der Polizisten auf den Angeklagten, sondern ob ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr in Tateinheit mit Nötigung sowie Bedrohung und versuchte gefährliche Körperverletzung und dazu noch Bedrohung in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgelegen hat.

Was war passiert? Anfang November 2021 soll der Beschuldigte mittags mit einem Messer bewaffnet auf der Fahrbahn der Bundesstraße 250 zwischen Wanfried und Altenburschla auf die an ihm vorbeifahren Fahrzeuge zugegangen sein und die Fahrer zum Abbremsen genötigt haben, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Der damals 37-Jährige soll beispielsweise vor einen LKW gesprungen sein, sodass dessen Fahrer sein Fahrzeug beinahe auf der Fahrbahn querstellte.

Nachdem der Stiefvater des Beschuldigten alarmiert worden war und dieser am Tatort erschien, soll der Beschuldigte eine Bedrohung ausgesprochen haben. Darüber hinaus ist der Beschuldigte verdächtig, trotz mehrfacher Aufforderung das Messer wegzulegen, auf die Polizeibeamten mit dem Messer in der Hand zugelaufen zu sein. „Es besteht der Verdacht, dass der Beschuldigte beabsichtigte, das Messer gezielt gegen die Beamten einzusetzen, um ihnen massive Verletzungen zuzufügen“, sagt der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Dr. Andreas Thöne. Die Beamten machten schließlich zur Abwehr der von dem Beschuldigten konkret ausgehenden akuten Gefahr von der Schusswaffe Gebrauch.

Selbst nach den ersten Schüssen soll er weiter auf die Polizisten zugelaufen sein, später kurzzeitig die Laufrichtung geändert haben, jedoch weiterhin mit dem Messer in der Hand auf einen Beamten zugelaufen sein. Von mehreren Projektilen getroffen, sank er schließlich zu Boden.

Täter soll am Tattag „im Wahn“ gewesen sein

Bei dem Prozess handelt es sich um ein Sicherungsverfahren. Der Beschuldigte steht in Verdacht, die Taten im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen zu haben, heißt es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Laut Gutachterin stand er am Tattag unter dem „wahnhaften Eindruck einer psychischen Erkrankung“. Gegenwärtig ist der Angeklagte in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Staatsanwaltschaft geht von einer weiterhin bestehenden Gefährlichkeit aus. ts

Zur Urteilsfindung sind fünf Prozesstage anberaumt. 25 Zeugen und drei Sachverständige sind geladen. Ein Urteil wird für den 9. Dezember erwartet.

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