Investorin unternimmt neuen Anlauf: Ruheforst bei Altenburschla doch nicht gestorben?

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Hier könnte er entstehen: der Waldfriedhof bei Altenburschla. 

Die Investorin Urte Bötel startet einen neuen Anlauf, in der Gemarkung von Wanfried bei Altenburschla einen Waldfriedhof zu etablieren.

Altenburschla – Die gebürtige Altenburschlaerin Urte Bötel startet einen neuen Anlauf, in der Gemarkung von Wanfried einen Waldfriedhof zu etablieren. „Ich glaube, die Bevölkerung wünscht sich solch eine Begräbnisstätte“, sagt die Unternehmerin. Am Samstag, 30. März, lädt sie Interessierte ein, sich ein entsprechendes Waldstück anzuschauen. Vor rund einem Jahr war Bötel mit ihrem Ansinnen am Votum der Wanfrieder Stadtverordnetenversammlung gescheitert.

Die Abgeordneten entschieden sich im April vergangenen Jahres mit elf Stimmen von CDU und FDP gegen einen sogenannten Friedwald. Lediglich sieben Abgeordnete der SPD stimmten für das Projekt, das Bötel in ihrem Heimatort umsetzen wollte. Als zu klein und unwirtschaftlich bezeichneten CDU und FDP damals das Projekt. Der Businessplan war in ihren Augen nicht ausgereift. Außerdem habe man eigene Friedhöfe. Auf dem in Wanfried ist inzwischen ein sogenannter Paradiesgarten angelegt worden, wo es möglich ist, sich unter Obstbäumen bestatten zu lassen.

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Bötel sieht auch nach der Abfuhr von vor einem Jahr Chancen, einen Waldfriedhof zu errichten. Aus der Bevölkerung erhalte sie nach wie vor Nachfragen. Die gesetzlichen Gegebenheiten hätten sich verändert. Außerdem liege ein Bodengutachten jetzt vor. „Für manche Projekte braucht man vielleicht auch einen langen Atem“, sagt Bötel. Für den Magistrat der Stadt Wanfried ist der neue Vorstoß der Investorin indes zurzeit kein Thema. „Es gibt einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, der für uns bindend ist“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Frühestens ein Jahr nach Ablehnung des Themas könne der Fall wieder auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung gesetzt werden, damit sich die Politik erneut damit beschäftigt.

Am Samstag, 30. März, um 10 Uhr findet erstmals ein Waldspaziergang statt, „der allen Interessierten die Möglichkeit bieten möchte, sich die Gegebenheiten für einen Waldfriedhof bei Wanfried anzusehen.“ Der aktuelle Anlass der Aktion ist, dass es in dem Ruheforst bei Wanfried auch möglich sein soll, mit QR-Codes an die Verstorbenen zu erinnern. Durch das Scannen eines QR-Codes mit dem Smartphone könnten Nachrichten und Bilder, die etwa an das Leben des Verstorbenen erinnern, von Hinterbliebenen und Freunden eingesehen werden. „Damit ist das Planungsprojekt Waldfriedhof Wanfried/Altenburschla bundesweit innovativ an der Spitze“, sagt Bötel.

Treffpunkt für den Waldspaziergang: Am Johanneskopf, Park-/Rastplatz am Fischteich, zu erreichen über die Bundesstraße 250 auf Höhe Friedhof Altenburschla, rund 300 Meter in Richtung Wald.

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