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Wanfrieder Delegation besucht für ein Wochenende die Partnerstadt Plouescat

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Von: Tobias Stück

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Auf dem Friedhof von Plouescat gedachten Deutsche und Franzosen während des Besuchs der Wanfrieder gemeinsam den Opfern der Kriege zwischen beiden Ländern. 
Auf dem Friedhof von Plouescat gedachten Deutsche und Franzosen während des Besuchs der Wanfrieder gemeinsam den Opfern der Kriege zwischen beiden Ländern.  © Foto: Wilhelm Gebhard

Wanfried/Plouescat – Die letzte Begegnung der Städtepartnerschaftsvereine war 2018. Seitdem verhinderte die Pandemie persönliche Treffen zwischen den Menschen aus Wanfried und Plouescat. Lediglich per E-Mail oder Telefon wurde das Nötigste kommuniziert.

„Das ist zu wenig, um eine Partnerschaft lebendig zu halten“, sagt die Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins, Ute Wörner. Kurzerhand ist sie am Wochenende mit dem Kassierer des Vereins, Andreas Petry, und Bürgermeister Wilhelm Gebhard in Frankreichs Nordwesten aufgebrochen: 2600 Kilometer oder 29 Stunden waren sie am Freitag und Sonntag unterwegs.

Die Partnerschaft sollte nach der Coronapause einen neuen Impuls bekommen. In Plouescat gab es zuletzt einen Wechsel an der Spitze des Vereins. Auch die Altersstruktur beider Vereine bereiten den Verantwortlichen auf beiden Seiten große Sorgen. Gebhard machte den Vorschlag, Plouescat einen persönlichen Kurzbesuch anzubieten. Wichtig dabei war dem Bürgermeister, dass auch sein Pendant in Plouescat, Eric Le Bour, teilnimmt. „In den 1960er-Jahren sind es die politischen Gremien gewesen, die die Partnerschaft besiegelten.“ Die Kommunen hätten die Pflicht, sich weiterhin für die Städtepartnerschaften einzusetzen.

Freundschaftliche Gesprächsatmosphäre

14 Stunden am Freitag hin, 15 Stunden am Sonntag zurück: Für das Treffen war nur am Samstag Zeit. „Der Austausch fand in einer sehr angenehmen und freundschaftlichen Gesprächsatmosphäre statt“, sagt Andreas Petry. Zunächst stand ein Gespräch im Rathaus von Plouescat auf dem Programm, dann ein Aperitif auf der Terrasse des Bürgermeisters und später wurde die Delegation aus Wanfried zum Mittagessen in ein Lokal am Strand eingeladen. Anschließend gedachte man auf dem Friedhof von Plouescat gemeinsam den Opfern der Kriege zwischen Deutschen und Franzosen. Andreas Petry bereitete dafür eine emotionale Rede und ein Blumengesteck vor. Abends bereiteten 25 Freunde aus Plouescat der Abordnung aus Wanfried einen gesonderten Empfang mit Buffet, der harmonisch endete.

Wörner, Petry und Gebhard ziehen eine positive Bilanz ihrer Reise. Wichtig sei die Erkenntnis, dass an der Partnerschaft festgehalten werden soll. Für die Zukunft müssten neue Formen des Reisens und der Unterbringung geprüft, neue Optionen der Finanzierung gesucht werden. Man wolle die Öffentlichkeitsarbeit verstärken, um mehr Interesse für die Freundschaft zwischen beiden Ländern zu finden. „Nach der Pandemie müssen unsere Schulen wieder eine stärkere Rolle spielen“, sagte Gebhard. Frieden basiere auf Verständnis und Vertrauen. Die Aussöhnung und Freundschaft zwischen Franzosen und Deutschen wäre ohne die Städtepartnerschaften nie möglich gewesen.  

Verbindung seit 1965

Die Partnerschaft begann im Jahr 1965, als eine Wanfrieder Delegation unter der Führung von Ernst Holzapfel, Erich Thomas, Willi Höll sowie Josef Feußner die französische Gemeinde Plouescat am Atlantik besuchte, um den Grundstein für die heutige Partnerschaft zu legen.

Dieses Datum gilt auf beiden Seiten als offizieller Start der Partnerschaft, wenngleich die offizielle Urkunde erst im Jahr 1967 unterschrieben wurde. Bereits im Sommer 1965 fuhren erstmals 40 Wanfrieder Kinder nach Plouescat, im Herbst 1965 besuchte erstmals eine Delegation aus Plouescat die Werrastadt. Im Jahr 1996 gründete sich der Partnerschaftsverein Wanfried-Plouescat. Die Organisation der Besuche liegt seither in den Händen des Vereins. Regelmäßige Besuche von Erwachsenen finden im jährlichen Wechsel statt. Ebenso wurden bislang regelmäßig gegenseitige Besuche der Schüler sowie der Feuerwehren organisiert.

14 Stunden am Freitag hin, 15 Stunden am Sonntag zurück: Für das Treffen war nur am Samstag Zeit.
14 Stunden am Freitag hin, 15 Stunden am Sonntag zurück: Für das Treffen war nur am Samstag Zeit. © Grafik: Alexandra Schuler

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