Diebe wollen Zaunpfähle

Pferdebsitzerinnen aus Wanfried wurden wiederholt Einzäunungen gestohlen

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Einfach abgeschnitten: Kirsten Entzeroth hält die Reste der Litzen in der Hand, die mal ihre Pferde eingezäunt hatten. Nicht nur die Zaunpfähle, auch die Griuffe für 3,50 Euro haben die Täter mitgenommen.

Wanfried. Kirsten Entzeroth ist sauer und enttäuscht gleichermaßen. Sauer, weil seit acht Wochen ständig Elemente ihrer Weidezäunde ihrer Pferde gestohlen werden.

Mehrere hundert Euro haben sie die Diebstähle bereits gekostet. Enttäuscht, weil die Sicherheit ihrer Pferde auf dem Spiel steht. Die Tiere sind ohne den hindernden Zaun bereits ausgebrochen. Kirsten Entzeroth hat eine Stallgemeinschaft mit Freundinnen in Heldra. Im Sommer hat sie Wiesen rund um Altenburschla gepachtet. Das hat einen doppelten Nutzen. Die Landwirte freuen sich, dass sie die Weiden nicht pflegen müssen, die Pferdebesitzerinnen haben ein Sommer-Domizil für die Tiere. In den vergangenen acht Wochen wurde die gute Stimmung aber getrübt.

Bei Kirsten Entzeroth wurden in drei Etappen 60 Metall- und Kunststoffpfähle gestohlen. Erst zehn, dann vierzig, zuletzt nochmal zehn Stück. Ihr Schaden liegt bei rund 250 Euro. Bei einer Freundin und einer Koppel-Nachbarin haben die Diebe auch zugeschlagen. Auch ein Weidezaun-Gerät wurde gestohlen. Insgesamt beläuft sich der Schaden auf rund 1000 Euro. Die Pferdebesitzerinnen haben jetzt Anzeige bei der Polizeidirektion Werra-Meißner erstattet. Die Polizei tappt weitestgehend im Dunkeln, weil die Diebe keine Spuren hinterlassen.

Die Beamten vermuten, dass die Pfähle wegen des hohen Metallpreises schnell an Schrotthändler verkauft wurden. Die Kunststoffpfähle könnten im Internet schnellen Absatz gefunden haben. Die Pächterinnen der Weiden haben jetzt reagiert. Sie haben alle Pfähle auffällig angesprüht. Orange und grün/gelb. Sie hoffen, dass Käufer abgeschreckt werden, die Pfähle erkennen oder das Diebesgut im Internet leichter identifiziert wird. Außerdem patrouliieren sie jetzt regelmäßig an ihren Weiden.

 „Ich möchte nicht noch einmal erleben, dass meine Pferde frei herumlaufen“, sagt Kirsten Entzeroth. Die Bundesstraße ist nicht weit. Der Verkehr ist nicht nur für die Pferde eine Gefahr. Auch Autofahrer bekommen beim Zusammenprall große Probleme. Voraussichtlich ab Dezember stehen die fünf Pferde wieder in ihrem Stall in Heldra. Dann sind die Tiere in Sicherheit, die Zäune aber nicht. Denn Abbauen ist bei vier Wiesen zu aufwendig.

Von Tobias Stück

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