Pflichtfeuerwehr nicht ausgeschlossen

Wanfried erstellt Plan, um Einwohner nicht zwangsweise zu verpflichten

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Für die Wanfrieder Feuerwehren – hier bei einem Einsatz in Heldra – wird es aber immer schwieriger, die Tagesalarmbereitschaft zu gewährleisten.

Ute Lorenz-Roth (FDP) hat wenig Hoffnung auf Besserung. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung sah sie in der Einführung einer Pflichtfeuerwehr die einzige Lösung, um den Problemen in Mannschaftsstärke und Tagesalarmbereitschaft Herr zu werden.

Besonders in den Stadtteilen Heldra und Altenburschla gibt es hier Probleme, wie es im Zukunftskonzept für die Wanfrieder Feuerwehren heißt. Das Konzept und die Maßnahmen dazu hat das Stadtparlament am Dienstag einstimmig verabschiedet.

Abstimmung

Genauso einig waren sich die Parlamentarier, dass „ohne die Feuerwehren nichts geht“ und auch die kleinen Stadtteilfeuerwehren erhalten werden sollen. Um das zu verwirklichen, wird die Stadt Wanfried „als letztes Mittel“ auch von Verpflichtungen von Einwohnern nach den einschlägigen rechtlichen Grundlagen Gebrauch machen. Der Magistrat soll dazu eine entsprechende Satzung vorbereiten. „Vielleicht melden sich vor der Verpflichtung noch ein paar Freiwillige“, sagte Ute Lorenz-Roth. Roland Eisenberg (CDU) bat darum, die Verpflichtung tatsächlich als letztes Mittel zu sehen.

Herangehensweise

Verwaltungsleiter Christoph Hoffmann hatte auf 127 Seiten das Zukunftskonzept verfasst. Es beschreibt weiter die derzeitige Situation in den fünf Stadtteilen und prüft die Ist-Situation in Mannschaftsstärke, Altersstruktur, Lehrgangssituation, Aus– und Fortbildung, die baulichen Anforderungen und die derzeitige Tagesalarmbereitschaft. Anhand der Ist-Situation wurde eine SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) für jeden Standort erstellt. Kreisbrandinspektor Christian Sasse und Kreisbrandmeister Thomas Eisenträger lobten die Herangehensweise der Stadt Wanfried und glauben, dass dieses Konzept Vorbildcharakter entwickeln kann, da die Problemlagen landauf und landab ähnlich seien.

Erkenntnisse

In der Kernstadt können zwischen 6 und 18 Uhr nicht alle Fahrzeuge besetzt werden. Außerdem fehlen Fortbildungen.

In Altenburschla entspricht die Ausbildungssituation nicht den rechtlichen Anforderungen. Gleiches gilt für das Gerätehaus. Hier muss umgebaut werden. Unter der Woche besteht keine Tagesalarmbereitschaft.

Aue gilt als Klassenprimus unter den Wanfrieder Feuerwehren. Hier gibt es nur am Feuerwehrgerätehaus kleinere Mängel. Das Gerätehaus in Heldra muss ebenfalls angepasst werden. Eine Tagesalarmbereitschaft ist auch hier nicht gegeben.

In Völkershausen ist man bereits dabei, Mängel abzustellen. Die neue Fahrzeughalle ist in Planung. Die erforderliche Mannschaftsstärke ist weder unter der Woche noch am Wochenende gegeben.

Lösungen

Für Wanfried gilt jetzt, einen Plan zu erstellen, wie der Feuerwehrdienst attraktiver werden kann und wie man die Aktiven zu mehr Lehrgangsteilnahmen bewegen kann. Außerdem soll der Magistrat mehr Einsatzkräfte anwerben, bevor eine Pflichtfeuerwehr ausgerufen wird. Die für Aue und Völkershausen geplanten Anbauten sollen umgehend erledigt werden.

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