Porträt: Erwin Neugebauer hat ehrenamtlich ein breites Netzwerk aufgebaut

Auf dem WR-Sofa: Erwin Neugebauer mit dem Buch „Als der Sport laufen lernte“, das auch seine sportlichen Erfolge zum Inhalt hat. Foto: harald triller

Erwin Neugebauer aus Altenburschla hat sich ehrenamtlich ein breites Netzwerk aufgebaut - ein Porträt.

Fairness geht ihm über alles, Fairness hat immer sein Leben geprägt, und so handhabt er den Sport gleichermaßen wie die Politik. Erwin Neugebauer aus Altenburschla hat sich ehrenamtlich ein breites Netzwerk aufgebaut, das die Bereiche aktiver Sport, Führungskraft im Verein, Kommunalpolitik in der Stadt und im Heimatdorf einschließt. „Und dazu kommt natürlich noch meine liebe Familie mit Susanne, meiner Ehefrau, den Töchtern Bettina und Julia, Enkeltochter Marlene und Schwiegersohn Jan“, so der 64-jährige Pädagoge.

Geboren wurde er in Eschwege, aber ansonsten zeit seines Lebens ein Altenburschlaer Kind. Mit sechs Jahren hat er bei der TSV-Legende Karl Degenhardt mit dem Kinderturnen seine sportlichen Aktivitäten begonnen, um dann seiner großen Liebe, dem Handball, nachzugehen: „Mit dem Rad, wie unsere Vorgänger, mussten wir nicht mehr zu den Spielorten fahren, aber abenteuerlich war es schon hin und wieder. Wenn der TSV-Vorsitzende Gerhard Montag samstags vom Eschweger Wochenmarkt nach Hause kam, haben wir des Öfteren auf den Kartoffelsäcken seines Anhängers gehockt und sind mit ihm zum Spiel gefahren“, erinnert sich Erwin Neugebauer schmunzelnd.

„Vergessen werde ich auch nicht, dass wir gleich in meinem ersten Männerjahr beim TSV Altenburschla gegen den TSV Jestädt das nötige Entscheidungsspiel in der Eschweger Heuberghalle um den Aufstieg in die gemeinsame Kreisliga mit Melsungen gewonnen haben“, erklärt der 64-Jährige, dass er auch dem Lockruf des VfL Wanfried erlegen ist. „Die Bezirksliga war sportlich sehr interessant für mich und ich denke gerne an die Zeit beim VfL zurück“, erklärt Erwin Neugebauer, dass dort auch sein Interesse am Traineramt geweckt wurde und er mit der E-Jugend den Bezirksmeistertitel in die Brombeermannstadt geholt hat.

Wieder zurück beim TSV Altenburschla, übernahm er das Amt des Spielertrainers und gleichzeitig kümmerte er sich um die Mannschaften, in denen seine Töchter spielten, wobei ihn Ehefrau Susanne perfekt unterstützte.

„Es ist zwar jetzt ein Quantensprung, aber ein schwerer Schlag in unser Kontor war die Auflösung der langjährigen Handballspielgemeinschaft Altenburschla/Heldra, die leider nicht zu verhindern war“, so Erwin Neugebauer beim WR-Gespräch. Und weiter: „Der TSV Altenburschla liegt mir ganz nah am Herzen mit meiner Stellvertreterin Ulrike Kimm und Kassenwart Udo Schein sehe ich uns bestens aufgestellt.

„Es macht mich stolz, in einem Dorf mit 440 Einwohnern an der Spitze von 250 Mitgliedern zu stehen. Bei dieser Quote an Vereinsangehörigen muss man ganz einfach die Freude nach außen tragen“, schwärmt Erwin Neugebauer von seinem so wichtigen Vorstandsstab und hebt mit Ulrike Kimm und Welf Lange zwei Abteilungsleiter besonders hervor, die in den Bereichen Hosin-Sul-Taekwondo und Gesundheitssport mit Rückenschule und Pilates tätig sind.

„Gerade auf dem Gebiet der Selbstverteidigung kooperieren wir bestens mit dem VfL Wanfried und dem TSV Völkershausen. Im Handball sind wir einst Rivalen gewesen, in der Zusammenarbeit bei Hosin-Sul erfolgreiche Partner.“

Angetan zeigt sich der TSV-Vorsitzende auch von der Sparte der Freizeitfußballer, die sich die Breiten-Paulners nennen. Die rührigen Mitglieder unterstützen den TSV bestens und sie verjüngen ihn. „Sie haben bereits zweimal die Wanfrieder Stadtmeisterschaft gewonnen und auch 2016 die Kirmes ausgerichtet. Die haben wir 2012 zu unserem 100-jährigen TSV-Bestehen nach 17 Jahren mit Triebfeder Harald Weiß an der Spitze im Vier-Jahre-Rhythmus wieder belebt“, spannt Erwin Neugebauer den Bogen zur Erweiterung des Sportlerheims und zum Anbau ans Dorfgemeinschaftshaus zusammen mit der Stadt Wanfried.

„Wir haben uns mit vielen freiwilligen Arbeitsstunden und nicht unerheblichen Eigenmitteln tüchtig mit eingebracht. Beide Räumlichkeiten werden gezielt genutzt und bringen den TSV weiter“, erklärt der Diplom-Handelslehrer des Beruflichen Gymnasiums in Eschwege, der auch auf seinen Beruf bezogen sagt, „ich arbeite schon immer sehr gerne zusammen mit jungen Menschen.“

Schon seit 1992 gehört Erwin Neugebauer dem Ortsbeirat Altenburschla als stellvertretender Ortsvorsteher an. Und die Kommunalpolitik führte ihn auch ins Wanfrieder Stadtparlament, wo er von 2008 bis 2018 Fraktionsvorsitzender der SPD war.

Auch den Vorsitz des Haupt- und Finanzausschusses hatte er bereits inne. „Wichtig ist mir an dieser Stelle die Suche nach Kompromissen zum Wohle der Bürger, auch die Härte in der Sache, aber auch der Respekt vor dem politischen Kontrahenten, den ich niemals unter der Gürtellinie attackieren würde. Meine Devise war schon immer: fair im Sport, fair in der Politik“, so Erwin Neugebauer, der natürlich zahlreichen Vereinen in Altenburschla und Wanfried angehört und mit Ehrungen vom TSV Altenburschla, der Stadt Wanfried, vom Landessportbund, vom Hessischen Handball-Verband und auch vom Land Hessen mit dem Ehrenbrief bedacht wurde.

Das Fazit des ehrenamtlich Tätigen: „Du bekommst immer etwas mehr zurück, als du selbst einsetzt.“

Von Harald Triller

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