Verdächtiger ist Mitglied in der Partei Die Rechte

Rechte Aufkleber: Polizei durchsucht Wohnung

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Aufkleber mit rechter Propaganda wurde an 150 Straßenlaternen in Wanfried geklebt.

Wanfried. Aufkleber mit rechter Propaganda bewegten die Gemüter in Wanfried: Im Februar wurden Aufkleber der Partei Die Rechte auf 150 Straßenlaternen geklebt, die Gemeinde erstatte Anzeige wegen Sachbeschädigung. Wie nun bekannt wurde hat die Polizeidirektion Eschwege in diesem Zusammenhang bereits am 20. März die Wohnung eines 28-Jährigen aus dem Werra-Meißner-Kreis durchsucht.

Dies bestätigt der hessische Landesverband der Rechten auf seiner Homepage. Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel bestätigt ebenfalls, dass gegen den 28-Jährigen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung ermittelt wird. „Gemeinschädlich, da hier öffentliche Straßenlaternen betroffen sind“, erklärt Wied. Das Verfahren läuft noch, sollte es zu einer Anklage kommen, drohen eine Geldstrafe oder Haftstrafe bis drei Jahren.

Die Rechte vermutet, dass es bei der Hausdurchsuchung nicht um Beweis- sondern um Informationssuche gegangen ist. Die an Pfingsten 2012 gegründete Partei versteht sich als Gegenstück zur Die Linke und scheint attraktiv zu sein für militante Neonazis. Der niedersächsische Verfassungsschutz hat bereits eine Warnung ausgesprochen. Viele Mitglieder sind von der NPD zur Die Rechte gewechselt, so auch der 28-Jährige, der 2009 noch als Mitglied der NPD für den hessischen Landtag kandidierte.

Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard freut sich, dass die Ermittlungen schon so weit vorangeschritten sind. „Wir hoffen natürlich auf Schadenersatz“, sagt Gebhardt. Einige der beklebten Laternen seien rot lackiert und beim Entfernen der Klebereste nehme der Lack Schaden. Noch sind etliche Aufkleber verteilt, allerdings hofft er, dass wenn es draußen wärmer wird, die Bürger sich noch mehr beim Entfernen beteiligen. „Das wäre wirklich super, denn die Aufkleber sehen nicht hübsch aus – besonders solche“, sagt Gebhard.

Von Diana Rissmann

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