100 Dinge, die wir an der Region mögen: Der Kleegarten in Heldra

Selbst das Hinweisschild ist ein Kunstwerk: Die Liebe zum Detail des schmiedeeisernen Anzeigers setzt sich im Inneren der Herberge fort. Das Ehepaar Pippart hat über Jahrzehnte Altes gesammelt, das jetzt in dem Gasthaus zur Geltung kommt. Die Eigentümer können durch ihre Sammelleidenschaft ganze Themenwelten gestalten. Zuletzt stellten sie in den Gasträumen zum Thema Kaffee aus. Foto: Stück

Heldra. Heute ist es ein beliebtes Ausflugslokal in den Sommermonaten mit dem besonderen Charme. Früher wurde der Gutshof ganz traditionell bewirtschaftet. Dazwischen hat das Franck'sche Gut, besser bekannt als Kleegarten, im Herzen von Heldra eine ganz besondere Historie hinter sich.

DIE SANIERUNG

 

Ende des vergangenen Jahrtausends war das alte Fachwerkensemble eigentlich dem Untergang geweiht. Die Hofanlage war vermüllt, die Scheune war schon zur Hälfte eingestürzt, an das kleine Backhaus erinnerten nur noch zwei Balken. Am Wohnhaus wurde 50 Jahre lang nichts gemacht. Die Bauaufsichtsbehörde ordnete zur Vermeidung von Gefahren den teilweisen Abriss an. Den Untergang wollte der Wanfrieder Arzt Helmut Pippart nicht mitansehen. Er kaufte das Anwesen, um es zu erhalten. Was dann passierte, war einzigartig. Es gründete sich eine Bürgerinitiative, die Pippart dabei half, das marode Anwesen aus dem 17. und 18. Jahrhundert wieder aufzubauen. Innerhalb von drei Jahren hatten sie es geschafft. DIE

AUSZEICHNUNGEN 

Die einzigartige Initiative blieb nicht im Verborgenen. Pippart und seine Mitstreiter erhielten 2002 den Hessischen Denkmalschutzpreis, 2003 den Deutschen Denkmalschutzpreis 2004 den Deutschen Fachwerkpreis. Die Jurys begründeten ihre Entscheidungen unter anderem damit, dass im Innenraum Originale wiederhergestellt wurden und die Möblierung stilgerecht gewesen sei. Hof- und Gartengestaltung hätten nicht an Originalität verloren.

DIE GASTRONOMIE 

Heute wird der Kleegarten hauptsächlich als Ausflugslokal genutzt. Pipparts treten dabei als Gastgeber auf und kochen auch mal selbst. Die Speisekarte überrascht, es gibt hauptsächlich Spezialitäten aus der regionalen Küche. Neben den Gasträumen, kleinen Sälen und der Außenbestuhlung im idyllischen Garten gibt es auch noch eine Kulturscheune. Die wird für Konzerte, Lesungen oder Hochzeiten gleichermaßen genutzt. Übernachten kann man im normalen Fremdenzimmer, im Strohsacklager oder im Zigeunerwagen.

ÖFFNUNGSZEITEN 

Von Frühjahr bis Herbst ist der Kleegarten von mittwochs bis sonntags geöffnet. Im Winter kann man die Räume für geschlossene Gesellschaften anmieten.

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