Altenburschla feierte seine 1200-jährige Ersterwähnung

Reise durch Jahrhunderte

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Förderverein Historischer Hafen Wanfried zeigte ein nachgebautes Floß.

Altenburschla. Ulrich Flender, der Ortsvorsteher des Geburtstagsdorfes hatte gestern alle Hände voll zu tun, schließlich drängten sich über den Tag verteilt mehrere tausend Besucher beim Dorffest in den schmucken Gässchen des 460-Seelen-Orts.

„Ich bin nur auf Achse“, berichtet Flender freudestrahlend. Zwar sei für heute alles eingeteilt und jeder wisse was zu tun sei. Trotzdem stellte der Besucherandrang die Altenburschlaer und damit auch ihn vor immer neue Herausforderungen. Und sei es nur, dass die Kuchengabeln aufgebraucht waren und Flender sich um neue bemühen musste. „Dass so viele Menschen kommen, hätte ich nicht gedacht“, sagt er. Schon früh um neun feierten die Dorfbewohner das 1200-jährige Bestehen ihres Ortes mit einem Gottesdienst. An diesen schloss sich ein Festkommers an. „Wir haben daraus einen Kurzkommers gemacht“, schmunzelt Flender. Schließlich wartete Altenburschla gestern mit allerhand Attraktionen auf, die es zu erkunden galt.

Jedes Haus und jeder Hof waren festlich geschmückt, ganz gleich ob in das Dorffest integriert oder nicht. „Toll, wer alles mitmacht, selbst Familien, die sich sonst nicht im Dorf engagieren“, erzählt Flender begeistert. Die Besucher konnten an thematisch ausgerichteten Höfen einen Eindruck von alten Handwerken wie der Stellmacherei, dem Schmieden oder dem Backen und Schlachten gewinnen.

Wie selbstverständlich haben die Bewohner ihre Höfe und Häuser dafür zur Verfügung gestellt. „Auf diesem Hof befand sich einmal eine Stellmacherei, daher stellen wir hier alles aus, was mit Holzarbeit zu tun hat, außerdem erklären zwei alte Stellmacher ihren Beruf“, erklärt Flender.

Aber auch auf den Plätzen gab es viel zu sehen. Neben dem alten Spritzenhaus hatten Landsknechte aus Northeim ihr Lager aufgeschlagen und begeisterten mit Musketen- und Kanonenschüssen.

Bilder vom Fest

Altenburschla feiert 1200. Geburtstag

Am Anger wurde – wie vor über 300 Jahren – Gericht gehalten und die Mitglieder der Akademie für mittelalterlichen Schaukampf klirrten in Ritterrüstungen über das Kopfsteinpflaster. Für Kurzweil sorgten neben mittelalterlichen Musikanten der Wanfrieder Fanfarenzug und der Männergesangsverein, die in unregelmäßigen Abständen in den Straßen Ständchen spielten. Auch für die Kinderbetreuung und das leibliche Wohl war überall gesorgt.

Die Foto-Ausstellung über die Dorfgeschichte wird sogar noch länger im Dorfgemeinschaftshaus zu sehen sein.

Von Wolfram Skupio

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