Montagsinterview

Wanfrieder Rettungsschwimmer erzählt: „Man weiß nie, was einen erwartet“

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Blick aufs Becken – und in die Kamera: Während sich Bademeister Jonas Fischbach (rechts) fotografieren lässt, behält sein Kollege Merlin Zisch die Gäste des Wanfrieder Freibades im Auge. 

Jonas Fischbachs Einsatzgebiet ist das Wanfrieder Freibad, seine Mission: Die Gäste im Blick behalten, um diesen in Notlagen schnell Hilfe zu leisten. An diesen heißen Tagen besonders. 

Wir haben mit der jungen Badeaufsicht Jonas Fischbach unter anderem über die Gefahren beim Schwimmen in Seen gesprochen.

Herr Fischbach, können Nichtschwimmer eigentlich ohne Bedenken ins Freibad gehen?

Natürlich. Das Becken im Wanfrieder Schwimmbad hat zum Beispiel einen Bereich, der nicht sehr tief ist und daher für Nichtschwimmer geeignet ist. Babys und Kinder sollten aber immer Auftriebshilfen, Schwimmflügel und Co., tragen.

Was müssen Badegäste vor dem Betreten des Schwimmbeckens beachten?

Oft ist zu beobachten, dass Menschen, ohne sich vorher abzuduschen, Schwimmen gehen. Das ist schlecht, denn so gelangt jeglicher Schmutz ins Wasser – auch Krankheitserreger.

Momentan liegen aufblasbare Luftmatratzen in Form von Einhörnern, Donuts und Pizzastücken voll im Trend. Dürfen die eigentlich mit ins Freibad gebracht werden? 

Generell schon. Allerdings dürfen sie nur in einem bestimmten Bereich des Beckens benutzt werden. Gerade in der Nähe der Springtürme könnte die Nutzung dieser Teile andere Badegäste behindern.

Wie reagieren die Menschen auf Sie, wenn diese wegen einer bestimmten Sache von Ihnen ermahnt werden?

Das kommt zwar nicht oft vor, aber im Grunde haben sie Verständnis für mein Anliegen. Bei Jugendlichen ist das nicht immer der Fall.

Stimmt es eigentlich, dass es nicht gut ist, direkt nach dem Essen ins Wasser zu gehen?

Ich halte das für einen Mythos und sehe täglich Leute, die kurz nach dem Essen eines Snacks wieder Baden gehen. Solange der Magen nicht zu vollgeschlagen ist, geht das schon klar.

Seen sind an heißen Tagen verlockend, um sich darin zu erfrischen. Ist das Schwimmen darin gefahrlos?

Auf keinen Fall. Sind diese nicht als Badeseen ausgezeichnet, ist Vorsicht angesagt. Da nur abgeschätzt werden kann, was einen darin erwartet, würde ich es nicht empfehlen, blind in den See zu springen. Ein langsamer Einstieg ins Wasser ist dabei die bessere Wahl.

Zur Person

Jonas Fischbach (19) aus Wanfried hat in diesem Jahr sein Abitur absolviert und wird ab Oktober Germanistik sowie Politikwissenschaft auf Lehramt an der Universität Kassel studieren. Sein Vater, Thomas Fischbach, ist der Vorsitzende des Fördervereins Schwimmbad Wanfried. Fischbach besitzt das Deutsche Rettungsschwimmer-Abzeichen.

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