Modernerer Maschinenpark

Sägewerk Ruhlandt hat seit 2017 kräftig in die Zukunftsfähigkeit investiert

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Doppelter Genrationenwechsel: Seniorchef Hans-Heinrich Ruhlandt verfolgt mit Sohn Lars und Schwiegertochter Florence Ruhlandt die Anlieferung des neue Rundholzsortierwagens, der gegen das 32 Jahre alte Modell ausgetauscht wurde. 

Das Sägewerk Ruhlandt, einziges Laubholz-Sägewerk in der Region, expandiert – und das, obwohl die Holzgrundlage vor Ort durch Flächenstilllegung von Staatswald gerade dezimiert wird.

In diesen Tagen wurde gerade ein neuer Rundholzsortierwagen auf dem Betriebsgelände an der hessisch-thüringischen Grenze angeliefert. Seit Lars Ruhlandt den Betrieb 2017 von seinem Vater Hans-Heinrich Ruhlandt übernommen hat, hat er kontinuierlich in den Maschinenpark und die Infrastruktur des Unternehmens investiert.

Investitionen seit 2017

Im Jahr der Übernahme wurden zunächst Investitionen in die Lagertechnik getätigt. Zudem wurden die Hallentore erneuert. Im Jahr 2018 unterschrieb der Betrieb einen Energielieferungsvertrag mit der benachbarten Biogasanlage aus Heldra. Die Warmwasserleitung führt direkt auf das Betriebsgelände und versorgt die Trockenkammern. Das sparte Investitionskosten für eine neue Heizungsanlage und senkte die regelmäßigen Trocknungskosten wesentlich. „Das schafft Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Lars Ruhlandt, der zusammen mit seiner Ehefrau Florence, die als Seiteneinsteigerin sichtlich Freude an ihrer Arbeit hat, das 92 Jahre alte Unternehmen in vierter Generation führt.

Es folgten die Überholung und Instandsetzung des Sägegatters, Erneuerung der Rundholzzubringung sowie die Beschaffung eines weiteren Gabelstaplers. Im Sägewerk werden jetzt die günstigeren Industriestapler verwendet, weil die örtlichen Gegebenheiten jetzt passen. Dafür hat das Unternehmen auf eigene Kosten eine ebene Straße zwischen den Betriebsstätten gebaut. Ein Hacker zur Restholzverarbeitung, ein Zaun zur Absicherung des Betriebsgeländes und die Installation eines Modelrücklaufes zur Herstellung teilbesäumter Ware sind ebenfalls Investitionen des vergangenen Jahres gewesen. Vor wenigen Tagen stand jetzt der Austausch des Rundholzsortierwagens an. Der 32 Jahre alte Sortierwagen wurde gegen einen zehn Jahre gebrauchten Wagen mittels Kran ausgetauscht. Als zukünftige Investitionsmaßnahme ist der Aufbau einer Besäum- und Hobellinie zur Weiterveredelung geplant. Schon jetzt bietet das Sägewerk auch glattkantige Produkte an. Ein Stapelroboter soll Ressourcen der Mitarbeiter freiräumen.

Neue Kunden weltweit

Auch die Gewinnung neuer Kunden geht erfolgreich weiter. Ruhlandt will den Absatz in mehreren Geschäftsfeldern ausbauen. 2019 stieg Ruhlandt in das Brennholzgeschäft ein. Dazu wurden Gitterboxen und Anhänger zum Liefern des Brennholzes beschafft. Reststücke aus der Produktion werden so vermarktet. Neben den klassischen Abnehmern aus der Möbelindustrie gehören jetzt auch Nischenkunden aus der Holzwarenindustrie dazu. Hergestellte Teile aus diesem Bereich sind beispielsweise Möbelgriffe, Stempel, Spielwaren und verschiedene Haushaltsartikel. Im vergangenen Monat wurde ein neuer Kunde aus Südafrika gewonnen, der Holzspielzeug herstellt. Ein erster Container hatte Ende Februar das Werk in Bahnhof Großburschla in Richtung Kap der guten Hoffnung verlassen.

Rohstoffe vor Ort

Zu kämpfen hat der Betrieb mit knapp zehn Mitarbeitern mit der vom Land Hessen beschlossenen Naturwaldstilllegung in einer Größenordnung von 800 Hektar rund um Wanfried. „Eine nicht nachvollziehbare Entscheidung“, kommentiert Lars Ruhlandt mit dem Wegfall des nahegelegenen Rohstoffs.

Das Unternehmen muss das Holz jetzt aus weiter entfernten Regionen beziehen. „Das Sägewerk spielte bei dieser Entscheidung leider keine Rolle“, sagt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard, der sich von der Energie, mit der der Betrieb in Richtung Zukunft geführt wird, angetan zeigt. 

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