Schützenfest Wanfried ist abgesagt

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Wird es in diesem Jahr nicht geben: Der große Festumzug zum Schützen-, Volks- und Heimatfest in Wanfried am Fuße des Plessefelsens wird ausfallen. 

Das Wanfrieder Schützenfest, das seit 70 Jahren immer Anfang Juli stattfindet, ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt. 

Wanfried.  Erstmals seit fast 70 Jahren wird es in Wanfried kein Vogelschießen, Schützen- oder Heimatfest geben. Das hat der Schützenverein Wanfried, der das Fest in alter Tradition ausrichtet, jetzt bekannt gegeben. „Wir haben die Absage lange herausgezögert, weil wir auf eine kurzfristige Lösung gehofft hatte, sehen jetzt aber keine Alternative mehr“, sagt Hauptmann Thomas Wehr, Chef der Wanfrieder Schützen.

Letzte Ausfälle nach Ende des Zweiten Weltkrieges

Zuletzt gab es direkt nach Ende des Zweiten Weltkriegs letztmals Ausfälle des beliebten Festes. Bedingt durch die Kriegswirren und die Besatzungszeit ruhte ab 1945 das Vereinsleben. Der Wanfrieder Schützenverein von 1568 gehört zu den ältesten Vereinen im Werra-Meißner-Kreis. Das Vogelschießen, das vom 10. bis 13. Juli zum 452. Mal ausgetragen werden sollte, gehört zu den absoluten Traditionsveranstaltungen. 1952 hat der Schützenverein das 1947 ins Leben gerufene Volks- Sport- und Kinderfest mit dem Wanfrieder Vogelschießen verbunden. Seitdem wird ununterbrochen am zweiten Juli-Wochenende in Wanfried gefeiert.

Schausteller zeigen sich bisher kulant

Mit Schaustellern, Zeltverleiher, Getränkevertrieb und den Bands waren für das Fest bereits die Verträge unter Dach und Fach. „Alle zeigten sich bisher sehr kulant“, berichtet Thomas Wehr. Mit den Bands wurde beispielsweise verabredet, die Auftritte im nächsten Jahr zu wiederholen. Jedes Jahr wird zusätzlich eine Kapelle aus Österreich eingeladen, die das gesamte Wochenende musikalisch unterhält. Die hatten bereits vor Wochen Bedenken geäußert zu kommen, weil sie schon lange nicht mehr geübt hatten.

Vielleicht digitale Lösung 

Ganz still wird es am Schützenfest-Wochenende dennoch nicht werden. „Wir überlegen uns, ob vielleicht eine digitale Lösung eine Option ist“, sagt Wehr. Man wolle die Entwicklungen der nächsten Wochen abwarten, um zu sehen, was möglich ist. Positiv stimmt Wehr, dass Versammlung bis 100 Menschen in Hessen vorerst zugelassen wurden. Dann könnte vielleicht Musik durch die Straßen ziehen oder die heimische Gastronomie unterstützt werden. Geschmückt werde die Stadt aber auf jeden Fall.

Verschiebung kam nicht infrage 

Eine Verschiebung des Traditionsfestes kam für die Organisatoren nicht infrage. „Wer weiß, was im Herbst ist und wie viele andere dann feiern möchten“, überlegt Wehr. Wer schon ein Bändchen für das Fest gekauft hat, sollte es gut aufheben. Es behält bis zum nächsten Jahr seine Gültigkeit.

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