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Ehrung fiel ins Wasser: Joachim Sommer aus Völkershausen sollte durch Bundespräsident Steinmeier geehrt werden

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Von: Theresa Lippe

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Dunkle Wolken über dem Garten des Schloss Bellevue: Kurz darauf setzte das Unwetter ein.
Dunkle Wolken über dem Garten des Schloss Bellevue: Kurz darauf setzte das Unwetter ein. © joachim sommer

Joachim Sommer, Wirt der „Schenke“ in Völkershausen, sollte am Wochenende durch Frank-Walter Steinmeier geehrt werden. Nun musste das Fest für ihn und rund 1500 weitere Menschen wegen Unwetters abgesagt werden.

Völkershausen – Im wortwörtlichen Sinne ins Wasser gefallen, ist am Wochenende (27. und 28. August) die Ehrung des Völkershäuser Wirts Joachim Sommer durch den Bundespräsidenten. Denn wegen massiven Unwetters musste das Bürgerfest von Frank-Walter Steinmeier sicherheitshalber abgebrochen werden.

Als Dankeschön für ihr ehrenamtliches Engagement waren rund 1500 Menschen vom Bundespräsidenten nach Berlin eingeladen worden, um zu Feiern und Netzwerken – nachdem das Fest zwei Jahre wegen Corona ausgefallen war.

Wetter war Grund für die Absage

„Das war natürlich sehr schade, aber Herr Steinmeier hat uns direkt für das Fest im nächsten Jahr wieder eingeladen“, berichtet Sommer, dessen Name am Sonntag kein Programm war. „Es hat sich kesselschwarz zugezogen und irgendwann so laut geprasselt, dass man sich kaum noch verstanden hat.“ Wegen der nicht zu vermeidenden Gefahren hätten Steinmeier und seine Frau sich zu dieser „bitteren Nachricht“ entschlossen.

Trotzdem berichten Joachim Sommer und seine Frau Antje, dass sie „tolle und interessante Menschen“ kennengelernt hätten, selbst in der Kürze der Zeit. Es hätte eine super Atmosphäre geherrscht und es sei ein bunter Querschnitt durch die Bevölkerung gewesen, zieht Antje Sommer als Fazit. „Alleine schon eingeladen gewesen zu sein, war ein schönes Gefühl und hat uns gezeigt, dass jemand stolz auf uns ist“, so Sommer. Für die Ehrung vorgeschlagen hatte ihn Peter von Roeder. „Danach nahm das alles seinen Lauf und am Ende saßen wir im Garten vom Schloss Bellevue.“

Dunkle Wolken über dem Garten des Schloss Bellevue: Kurz darauf setzte das Unwetter ein.
Dunkle Wolken über dem Garten des Schloss Bellevue: Kurz darauf setzte das Unwetter ein. © joachim sommer

Er und seine Frau hatten dem aus Afghanistan geflüchteten Ahmadjan Nezami einen Ausbildungsplatz in ihrer Gastronomie „Schenke“ in Völkershausen geschaffen, damit er nicht abgeschoben wird. Damit hätte er sich in Völkershausen nicht nur Freunde gemacht, berichtet der Wirt.

Es hätte sogar Gäste gegeben, die deshalb nicht mehr in die Schenke kommen wollten. Sommer: „Aber auf solche Menschen kann ich gut und gerne verzichten. Ahmadjan gehört für uns mit zur Familie und bleibt.“

Paar möchte jungen Menschen Perspektive geben

Bis heute arbeitet Nezami in den Betrieb als inzwischen fertig ausgebildeter Koch. Nachdem er während seiner Ausbildungszeit noch beim Ehepaar Sommer gewohnt hat, hat er inzwischen eine eigene Wohnung in Eschwege angemietet und hofft, dass er seine Frau – die zwei haben im Mai geheiratet – bald nachholen kann.

Joachim und Antje Sommer wollen voraussichtlich bald wieder einen Auszubildenden einstellen und, so sagt der Geehrte, „unter unsere Fittiche nehmen“. Er möchte gerne einen jungen Menschen fördern, der es schwer im Leben hatte und ihm so eine Perspektive geben. Sommer: „Das kann wieder ein geflüchteter Mensch sein, aber auch jemand aus der Region, der es nicht einfach hatte bisher.“ (Theresa Lippe)

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