Ausstellung in Treffurt

Abhörstation Kondor: Wie die Stasi auf dem Heldrastein den Westen ausspioniert hat

Draufgeschaut Heldrastein
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Der Heldrastein heute: 1996 wurde der Turm der Abhöranlage in einen Aussichtsturm, den Turm der Einheit, umgebaut.

Eine Ausstellung in Treffurt analysiert zurzeit die Vorgehensweise der Stasi. Gezeigt wird auch, wie sie vom Heldrastein aus Polizei und Bundesgrenzzschutz im Westen abgehört hat. 

Wie erging es den Menschen in Ost und West, die ins Visier der Staatssicherheit der DDR gerieten? Mit welchen Methoden arbeitete die Stasi? Und wie präsent war die Geheimpolizei in der Bundesrepublik? Antworten auf diese und andere Fragen gibt die Wanderausstellung „Feind ist, wer anders denkt“, die noch bis zum 28. November im Bürgerhaus von Treffurt, Puschkinstraße, zu sehen sein wird.

Misstrauen, Kontrolle und politische Unterdrückung bestimmten die Politik der herrschenden Sozialistischen Einheitspartei (SED) gegenüber der DDR-Bevölkerung. Zentrale Stütze dieser Politik war das Ministerium für Staatssicherheit: die Stasi. Die Ausstellung informiert über Geschichte, Aufbau, Strategien und Methoden der DDR-Geheimpolizei, gegen Andersdenkende vorzugehen. Besondere Berücksichtigung erfahren Einzelschicksale von Menschen, die in das Visier der Staatssicherheit gerieten – auch im Westen.

Abhörstation Kondor auf dem Heldrastein

Dabei bietet die Ausstellung ganz konkrete Beispiele aus der Region. Dargestellt wird die Abhörstation Kondor, die auf dem Heldrastein stationiert war. Von hier aus wurde insbesondere der Funkverkehr von Bundesgrenzschutz, Zoll und Polizei abgehört. 1996 wurde der Turm der Abhöranlage in einen Aussichtsturm, den Turm der Einheit, umgebaut.

Die Ausstellung dokumentiert, wie durch Überwachung, Bespitzelung und Unterdrückung von Menschenrechten die Macht der Staatspartei SED in der DDR gesichert wurde. Sie ist in drei Ebenen gegliedert, die durch Medienstationen ergänzt werden:

In neun Themenfeldern werden Entstehung, Ideologie, Apparat und Spitzelsystem des Ministeriums für Staatssicherheit beleuchtet. Auch die Auflösung des MfS durch couragierte Bürger wird dargestellt.

Am Beispiel von 13 ausgewählten Biografien werden die Menschenrechtsverletzungen der SED-Geheimpolizei veranschaulicht. Zu den Portraitierten gehören der Liedermacher Wolf Biermann, der Schriftsteller und Psychologe Jürgen Fuchs, die Kü

nstlerin Gabriele Stötzer-Kachold und der Journalist Karl Wilhelm Fricke.

Eine Zeitleiste

Ausgewählte Daten der deutsch-deutschen und internationalen Politik skizzieren den zeitgeschichtlichen Rahmen.

Michael Reinz, Rüdiger Sielaff und Wilhelm Gebhard (von links) eröffneten jetzt die Ausstellung in Treffurt, die noch bis zum 28. November zu sehen sein wird.  

Zur Eröffnung der Ausstellung durch Treffurts Bürgermeister Michael Reinz und Wanfrieds Verwaltungschef Wilhelm Gebhard besuchten am Montag Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule Wanfried eine Podiumsdiskussion mit dem Bundesbeauftragten für Stasiunterlagen, Rüdiger Sielaff.

Führungen

Für Führungen kann man sich unter 030/23 24 88 31 oder ausstellungen@bstu.bund.de anmelden. Für Lehrer gibt es eine Fortbildung am Mittwoch, 27. November. Anmeldung: bildung@bstu.bund.de. 

Montag, Mittwoch und Freitag ist von 10 bis 15 Uhr geöffnet Dienstag von 10 bis 18 Uhr Donnerstag von 10 bis 16 Uhr bstu.de

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