Dreiseitiger Obelisk verbindet Werra-Meißner, Unstrut-Hainich und Wartburgkreis

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Einweihung des Drei-Kreise-Steins bei Wanfried: Andreas Henning (Bürgermeister Südeichsfeld, von links), Reinhard Krebs (Landrat Wartburgkreis), Michael Reinz (Bürgermeister Treffurt), Hubert Steube (IG Heldrastein), Claus Wehr (Maria-Katzer-Stiftung), Wilhelm Gebhard (Bürgermeister Wanfried) und Peter Schill (Kreisbeigeordneter Werra-Meißner).

Wanfried. Nach dem Drei-Länder-Eck an den Schmiedeköpfen zwischen dem hessischen Eichenberg, Friedland (Niedersachsen) und Hohengandern (Thüringen) hat der Werra-Meißner-Kreis seit Sonntag auch einen Drei-Kreise-Stein. Der dreiseitige Obelisk verbindet die Region zwischen Werra und Meißner mit dem Unstrut-Hainich-Kreis und dem Wartburgkreis.

Gesetzt auf der Trasse der ehemaligen Bahnlinie Treffurt-Mühlhausen, zwischen dem einstigen Gut Kleintöpfer und Wendehausen, künden die Wappen der jeweiligen Kreise von der seit der Grenzöffnung 1989 vielfach praktizierten erfolgreichen Zusammenarbeit.

Ideengeber waren der Diedorfer Grenzgeschichtler Stefan Goldmann und der Vorsitzende der IG Heldrastein, Hubert Steube, die in unmittelbare Nähe befindlichen ehemaligen DDR- und Kaiserreich-Grenzsteine als wirkungsvollen Standort propagierten, da sich hier nicht nur die drei Kreisgrenzen treffen, sondern auch der ehemalige Kolonnenweg beredtes Zeugnis einer über vier Jahrzehnte hinweg praktizierten Teilung zwischen Hessen und Thüringen ist.

Finanziell unterstützt durch die beteiligten Städte und Kreise – den Anteil der Stadt Wanfried übernahm die Maria-Katzer-Stiftung –, ist das Monument nach den Worten von Reinhard Krebs, Landrat des Wartburgkreises, ein weiterer bedeutungsvoller Schritt in Richtung einer gemeinsamen friedlichen Grenze.

Die große Anzahl der Besucher am Sonntag wertet Krebs als hoffnungsvolles Indiz eines immer weiteren Zusammenwachsens. Für Peter Schill, Beigeordneter des Werra-Meißner-Kreises und Vertreter von Landrat Stefan Reuß, bezeichnete den „Drei-Kreise-Stein“ als wichtigen Hinweis für die nachwachsenden Generationen, sich mit der einstigen Teilung Deutschlands zu beschäftigen.

Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard sprach von einem weiteren Höhepunkt der deutsch-deutschen Geschichte in der heimischen Region. Andreas Henning, Bürgermeister der Gemeinde Südeichsfeld und stellvertretender Landrat betonte, das viele Spuren der deutsch-deutschen Teilung in der Natur kaum noch wahrnehmbar sind, „in den Herzen der Menschen bleiben diese Spuren auch 26 Jahre danach noch erhalten“. Ungewöhnlich der Einstieg von Michael Reinz, Bürgermeister der Stadt Treffurt, der zunächst um fünf Sekunden Ruhe bat. „Die Steine hier in freier Natur, wo Radfahrer und Wanderer vorbeikommen, sind stille Zeugen der Geschichte.“

Von Dieter Möller

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