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Die Wanfrieder Sternsinger segnen das Rathaus und sammeln Spenden

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Von: Theresa Lippe

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Wanfrieds Sternsinger zu Besuch am Rathaus: Bürgermeister Wilhelm Gebhard (links) mit Margit Gebhard (daneben) und Pfarrer Josef Alber (rechts).
Wanfrieds Sternsinger zu Besuch am Rathaus: Bürgermeister Wilhelm Gebhard (links) mit Margit Gebhard (daneben) und Pfarrer Josef Alber (rechts). © steanie ross/NH

Junge Christen und Christinnen sammeln in Wanfrieds Kernstadt und Ortsteilen Spenden für den Kinderschutz in Indonesien.

Wanfried – 20*C+M+B+23 ist seit gestern (6. Januar) am Haupteingang zum Wanfrieder Rathaus zu lesen. Bürgermeister Wilhelm Gebhard war pünktlich aus dem Ski-Urlaub zurück in Wanfried, um die als die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar verkleideten Kinder der katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus und Pfarrer Josef Alber zu empfangen. Die 12 Mädchen und Jungen bedankten sich beim Verwaltungschef und seinen Mitarbeitenden mit dem Segensspruch.

Das Wanfrieder Rathaus war ihr Startpunkt – am Wochenende sind die Sternsinger sowohl in der Kernstadt als auch in den Ortsteilen unterwegs, um Spenden zu sammeln.

„Es hat schon Tradition, dass die Sternsinger zum Wanfrieder Rathaus kommen und ich freue mich jedes Jahr wieder über so viel Engagement, schließlich gehört vor allem in dem Alter Überwindung dazu, nach Spenden zu bitten“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard.

Sternsinger in Wanfried

Unter dem Motto „Kinder stärken, Kinder schützen – in Indonesien und weltweit“ steht der Kinderschutz im Fokus der Aktion Dreikönigssingen 2023, erklärt Margit Gebhard, die gemeinsam mit Priska Raabe das Projekt in Wanfried organisiert. „Auch unsere Töchter Elisa Raabe und Elvira Gebhard engagieren sich und führen am Wochenende zwei Sternsinger-Gruppen durch Wanfrieds Ortschaften und die Kernstadt“, berichtet Margit Gebhard stolz.

Die Tradition Sternsingen und Blackfacing

Sternsinger nennt man eine Gruppe von Menschen, von denen dem Brauchtum gemäß drei als die Heiligen Drei Könige verkleidet sind. Sternsingergruppen ziehen zwischen Weihnachten und dem 6. Januar durch die Gemeinde, singen und sammeln Geld für gute Zwecke. In der Vergangenheit wurde vielen Kindern, die dabei die Rolle des Caspar einnehmen, das Gesicht mit schwarzer Farbe geschminkt, um die Hautfarbe Caspars nachzuempfinden. Sogenanntes Blackfacing hat jedoch historisch rassistische Ursprünge und sollte keinesfalls mehr betrieben werden. tli

Nachdem Wanfrieds Sternsinger in den vergangenen zwei Jahren wegen der Pandemie beispielsweise nicht in Pflegeheime und Seniorenzentren kommen durften, um den Segen weiterzugeben und Spenden zu sammeln, seien alle froh, dass in diesem Jahr die Wanfrieder Einrichtungen wieder besucht werden dürften, sagt Margit Gebhard.

Wanfrieder Sternsinger segnen Rathaus

„Besonders in Zeiten wie diesen, wo Kostenexplosionen und Inflation für viele Bürgerinnen und Bürger eine Rolle spielen, ist es mit Spenden natürlich nicht einfach“, weiß der Bürgermeister. „Neben den Spenden geht es aber natürlich auch um den Segen, der weitergegeben wird und ich hoffe, dass wir hier auch in diesem Jahr von Unheil verschont bleiben.“

Der Schriftzug „C+M+B“ , welcher immer mit Kreide über Türen geschrieben wird, steht übrigens nicht als Abkürzung für die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar. Es ist die lateinische Abkürzung für „Christus mansionem benedicat“, was auf Deutsch „Christus segne dieses Haus“ heißt. Der Stern steht für den Stern von Bethlehem, dem die Sterndeuter auf dem Weg zur Krippe gefolgt sind. Die drei Kreuze sind Zeichen für den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Deutschlandweit sammeln dieses Jahr wieder Tausende Kinder und Jugendliche Spenden für Kinder in Not. Die Aktion „Sternsingen“ gibt es seit 1959. Bundesweit wurde sie in Altötting unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“ eröffnet. Über eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt. (Theresa Lippe)

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