Studenten entwickeln Visionen für den Wanfrieder Marstall

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Haben sich intensiv mit dem Marstall in Wanfried beschäftigt: Studierende der Uni Kassel. Christine Wicke und Lea Kircher (vorne von links) haben zusammen mit Meike Jordan eine Nutzung als Oldtimer-Werkstatt vorgeschlagen. Angeschaut haben sich das (zweite Reihe von links) Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard, Marstall-Eigentümer Andreas von Scharfenberg sowie Jürgen Rödiger und Harald Wagner von der Bürgergruppe Wanfrieder Häuser.

Wanfried. Was passiert mit dem Marstall mitten in Wanfried? Diese Frage beschäftigt derzeit nicht nur den Eigentümer Andreas von Scharfenberg und die Stadtverwaltung, sondern auch 24 Architektur-Studierende der Universität Kassel im zweiten Semester.

Im Fachbereich „Entwerfen im Bestand“ haben die sich seit März damit beschäftigt, wie das unter Denkmalschutz stehende mittelalterliche Gut in Zukunft genutzt werden könnte – erst einmal unter Ausblenden der Kosten und der Vorgaben des Denkmalschutzes.

Die Ideen für den Marstall

Acht Szenarien sind entworfen worden, auf die Andreas von Scharfenberg im Vorfeld besonders gespannt war. Vorgestellt worden sind ihm und den Mitreisenden aus Wanfried – neben Bürgermeister Wilhelm Gebhard waren das Jürgen Rödiger und Harald Wagner von der Bürgergruppe Wanfrieder Häuser – zum Beispiel die Umnutzung der Gutsgebäude in eine Therme oder in eine Saunalandschaft, was laut Rödiger definitiv ein Alleinstellungsmerkmal für Wanfried wäre.

Aber auch eine Markthalle mit regionalen und saisonalen Produkten konnten sich die Studenten vorstellen, die zeitgleich ein Begegnungsort sein würde. Und auch eine Oldtimer-Werkstatt, eine Brauerei oder eine Herberge sahen die 24 jungen Menschen in dem Marstall, den sie sich im Vorfeld ausführlich angesehen hatten.

Hostel und Brauerei kamen gut an

Wortwörtlich große Augen hat die Wanfrieder Delegation bei dem Vorschlag der Oldtimer-Werkstatt gemacht: Genau die wollte im vergangenen Jahr an gleicher Stelle in Interessent verwirklichen, musste diese Idee aber aufgrund der zu hohen Kosten wieder begraben. „Dass Sie das jetzt vorschlagen, ist ja kaum zu glauben“, richtete von Scharfenberg seine Worte an die Studenten.

Sowohl er als auch Gebhard fanden auch die Idee der Brauerei nicht schlecht, das größte Interesse aber zogen die Entwürfe auf sich, die sich mit der Gästeunterbringung beschäftigten: So schlugen gleich drei Gruppen ein Hostel mit günstigen Übernachtungsangeboten, eine Bootsherberge unter Einbeziehung der Werra und ein „Bed&Bike“ vor, das sich vor allem an die radfahrenden Touristen richtet. „Das sind tolle Konzepte, weil wir zu wenig Übernachtungsmöglichkeiten in unserer Stadt haben“, ist Gebhard begeistert. Und auch von Scharfenberg freut sich, dass sich so viele junge Menschen mit Wanfried beschäftigt haben. „Hier gibt es Entwürfe, auf die wir nie gekommen wären.“

Der Marstall war einst das Amtsgericht

Eigentümer des Marstalls, das einst einmal ein Amtsgericht war, ist der Wanfrieder Andreas von Scharfenberg. Der hat dort zu großen Teilen seinen landwirtschaftlichen Betriebshof untergebracht, will für den aber eine neue große Halle in der Nähe der Biogasanlage bauen. „Spätestens Ende des nächsten Jahres steht der Marstall mitten in Wanfried dann leer.“

Gerne würde er den auch dann noch behalten, eine Nachnutzung soll natürlich trotzdem her, weshalb er sich schon jetzt Gedanken darum macht – und die Ideen der Studenten als willkommene Anregung sieht.

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