Wandern auf dem Grünen Band

Fast 1000 Menschen beim Landeswandertag rund um Wanfried unterwegs

Wanfried. „Für die Feiern zum Jubiläum der Wiedervereinigung ist kein Ort in Deutschland besser geeignet als Frankfurt“, so die Kernaussage von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) anlässlich der Feierlichkeiten 25 Jahre Wiedervereinigung in der Mainmetropole. Für Landrat Stefan Reuß beinhaltet diese Aussage einen Widerspruch in sich, „ist doch der Werra-Meißner-Kreis mit dem einst längsten Abschnitt der innerdeutschen Grenze prädestiniert dafür, solche Feierlichkeiten auszurichten“, so das Kreisoberhaupt am Samstag beim Landeswandertag des Hessischen Turnverbandes in Wanfried.

Landeswandertag in Wanfried

Reuß, Rolf Dieter Beinhoff (Fernwald), Ehrenpräsident des HTV, Turngauvorsitzende Magdalena Weidner (Gertenbach) und Schützenhauptmann Wolf-Arthur Kalden lobten die hervorragende Organisation von VfL und Schützenverein in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr. 958 gemeldete Teilnehmer - im vergangenen Jahr waren gerade mal 350 Teilnehmer auf den Feldberg gekommen - gingen bei herrlichem Spätsommerwetter auf die drei zur Auswahl stehenden, teils recht selektiven Strecken, so dass die Ausrichter für ihre immensen Bemühungen belohnt wurden.

Auf historischen Spuren führten die Routen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, wechselten von Hessen nach Thüringen und wieder zurück. In einem Terrain, das sich inzwischen zu einem beliebten Wandergebiet mit verschiedenen Premium-Wanderwegen entwickelt hat, ging es über naturbelassene Pfade und den ehemaligen Kolonnenweg zur einstigen Agentenschleuse, über die „Mainzer Köpfe“ zum Mahnmal Grenzturm Wendehausen, wo die Geschichte der innerdeutschen Grenze dokumentiert ist und der anlässlich des Landeswandertages geöffnet war.

Zurück am Ausgangspunkt, dem Schützenhaus und dem Festzelt, zog Bürgermeister und VfL-Vorsitzender Wilhelm Gebhard eine mehr als positive Bilanz, erinnerte an 1990, als der Volkswandertag des HTV Wanderer aus Hessen und Thüringen auf dem ehemaligen Todesstreifen zwischen Altenburschla und Großburschla zusammenführte. In Gedenken an den erst kürzlich verstorbenen Fritz Krepinsky kehrte kurzzeitig Ruhe in das Festzelt ein, ehe Fanfarenzug, Jazz-Dance-Gruppe und Damengymnastik für klingendes Spiel und optische Höhepunkte sorgten.

Regionaltypische Spezialitäten für jede Geschmacksrichtung ließen den Hunger vergessen, während eine Fotoausstellung der IG Heldrastein Einblicke in die Geschichte vor und nach der Grenzöffnung gab.

Der jüngste Teilnehmer war mit vier Jahren Felix Hartmann vom TSV Röhrda, die älteste Teilnehmerin, immerhin schon 88 Jahre, war Edith Kühnel vom Turngau Feldberg. Die weiteste Anreise mit 288 Kilometer hatten die Teilnehmer des TSV Walluf. Die teilnehmerstärkste Gruppe, mit 63 Männern und Frauen, stellte einmal mehr der SV Hitzerode.

Von Dieter Möller

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