Sparmaßnahmen: Parlament entscheidet am Freitag über Austritt

Wanfried denkt an Ende im Tourismus-Verband

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Touristenmagnet: Der Hafen in Wanfried mit der Wisera lockt viele Touristen nach Wanfried, doch die Stadt muss bei den Ausgaben für den Tourismus sparen.

Eschwege. Die Stadt Wanfried überlegt, den Tourismus-Zweckverband mit Eschwege und Meinhard zu verlassen. Entsprechende Diskussionen gab es bereits im Magistrat und sollen am Montag im Ausschuss fortgesetzt werden.

Eine Entscheidung wird während der Stadtverordnetenversammlung am Freitag erwartet. „Es sind rein finanzielle Gründe, die uns zu dieser Überlegung zwingen“, sagt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Der Austritt Wanfrieds wird nicht zur Auflösung des Verbands führen, wie Eschwege und Meinhard bekräftigten. Die Stadt Wanfried muss bis 2016 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind im Tourismus Einsparungen von 30 000 Euro geplant, wie eine fraktionsübergreifende Kommission geplant hat. Wanfried gibt rund 43 000 Euro für den Tourismus pro Jahr aus. Allein 37 000 Euro kostet die Mitgliedschaft in dem Verband mit Meinhard und Eschwege.

Der Mitgliedsbeitrag ist nach Größe der Kommunen gestaffelt. Wanfried trägt 13 Prozent der Gesamtkosten, aus denen sich der Verband finanziert. Meinhard zahlt rund 50 000 Euro, Eschwege 184 000 Euro ein. „Der Tourismus-Zweckverband war in den letzten Jahren ein echter Glücksfall für die Region“, sagt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe. Zusammen mit seinem Meinharder Kollegen Gerhold Brill hat er im Vorstand des Verbands bereits bekräftigt, weiter an dem Gebilde festzuhalten. Jutta Riedl, Geschäftsführerin des Verbands, geht nicht davon aus, dass dann am Personal gekürzt wird. „Wir sind am Limit“, sagte sie gestern.

 Sollte sich die Wanfrieder Stadtverordnetenversammlung für einen Austritt entscheiden, wird die Einsparung des Mitgliedsbeitrags vermutlich erst ab 2017 greifen. Vorher wird Wanfried wohl eine Abstandszahlung leisten müssen. Als Meißner den Verband 2010 verlassen hat, waren 30 000 Euro fällig.

Von Tobias Stück

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