Finanzlage der Stadt in Zahlen

Satte Finanzspritze: Wanfried erhält zwei Millionen Euro aus Landesausgleichsstock

Wanfried. Wanfried erhält eine Finanzspritze von zwei Millionen Euro aus dem Landesausgleichsstock. Wir haben die Finanzlage de Stadt einmal aufgedröselt:

Mit zwei Bewilligungsbescheiden im Gepäck besuchte der Staatssekretär im hessischen Innenministerium, Werner Koch, am Dienstagvormittag die Stadt Wanfried. 

Aus dem Landesausgleichsstock gibt es für die Stadt rund zwei Millionen Euro, um die Fehlbeträge aus den Jahren 2009 bis 2014 zu kompensieren. Für einen neuen Einsatzleitwagen erhält die Feuerwehr 32.000 Euro. Wir haben die Zahlen aufgearbeitet:

2/3 der Wanfrieder haben vor der Unterzeichnung der Schutzschirmverträge für eine Schuldenbremse gestimmt. Das Ergebnis im Jahr 2011 lag bei 67,74 Prozent. Das deckt sich mit den Ergebnissen aus dem gesamten Bundesland.

2 Millionen Euro, genau sind es 2.065.400 Euro, erhält Wanfried jetzt aus dem Landesausgleichstock. Diese Mittel werden überwiegend für Zuweisungen an Kommunen für entstandene Haushaltsdefizite geleistet, die diese aus eigener Kraft nicht vollständig tragen können. 

Die Zuweisung soll die Schulden reduzieren und eine zukunftsfeste Aufgabenerfüllung erleichtern. „Wir wollen einen Beitrag leisten, damit Wanfried auch künftige Herausforderungen bewältigen kann“, sagte Koch am Dienstag.

4,1 Millionen Euro an langfristigen Schulden werden der Stadt erlassen, wenn sie die Schutzschirmkriterien erfüllen. Dazu muss der Haushalt drei Jahre in Folge ausgeglichenen sein. Bislang ist die Stadt auf einem guten Weg. 2015 und 2016 endeten mit einem Überschuss. Auch für das Jahr 2017 ist ein Plus vorausgesagt.

10,3 Millionen Euro Schulden hat die Stadt Wanfried allein in den Jahren von 2002 bis 2014 aufgetürmt. „So konnte es nicht weitergehen“, sagte Bürgermeister Wilhelm Gebhard rückblickend. Deshalb sei man froh gewesen, über die Parteigrenzen hinweg zum Handeln gezwungen worden zu sein. „Unsere Schutzschirmkommission hat gute Arbeit geleistet.“

23,6 Millionen Euro betrug der Höchststand der Gesamtschulden, bevor die Schutzschirmbemühungen gegriffen haben. „Unter der Voraussetzung, dass die Hessenkasse umgesetzt wird, beträgt die Gesamtverschuldung in Zukunft nur noch 12,9 Millionen Euro“, berichtete Gebhard gestern. Die Hessenkasse ist ein neues Subventionsprogramm des Landes. Sie soll jenen 260 Städten und Gemeinden helfen, die ihre Dispo-Kredite überzogen haben.

81 Maßnahmen hat die Stadtverordnetenversammlung seit 2014 beschlossen, um die Finanzlage wieder in den Griff zu bekommen. Dazu wurden die Ausgaben reduziert, die Erträge erhöht und die Steuern angezogen. „Das war sicherlich ein Kraftakt, für den Sie gescholten wurden. Aber Sie haben auch die Auswirkungen vertreten“, sagt Koch.

Ein Einsatzleitwagen für die Feuerwehr

32.000 Euro bekommt die Stadt für einen neuen Einsatzleitwagen der Feuerwehr. „Den gab es bisher noch nicht, wir haben immer improvisiert“, sagt Ulrich Schädler, stellvertretender Stadtbrandinspektor. Zurzeit wird erarbeitet, welche Anforderungen das neue Fahrzeug erfüllen muss. Zwischen 90.000 und 110.000 Euro wird das voll ausgestattet Fahrzeug, dass dann auch über Digitalfunk verfügt, am Ende Kosten. Die weitere Finanzierung übernehmen die Stadt und der Kreis.

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