180.000 Euro Überschuss: Wanfrieder Haushalt in Rekordzeit abgesegnet

Wanfried – Diese Sitzung wird in die Chronik der Stadt eingehen: Nach einer Gesamtdauer von rund 40 Minuten beschlossen die Stadtverordneten einstimmig den Haushalt für 2019.

Das kommende Jahr 2019, hörten Ansprachen von CDU und SPD und nahmen an einer Bürgerfragestunde teil.

Der Haushalt

181.000 Euro Planüberschuss sind das Stichwort des Abends. „Nach 13 000 Euro in 2015 ist das eine erfreuliche Entwicklung, zumal wir in all den Jahren teilweise deutlich über dem Planansatz lagen“, betont Ilse von Scharfenberg, Fraktionsvorsitzende der CDU. Dies sei dank Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen möglich geworden, aber auch durch den hessischen Schutzschirm. 

Dieser hat in Wanfried zu einer Entschuldung in Höhe von über 4,1 Millionen Euro geführt. „Trotz all der Sorgen ums Kaputtsparen durch den von der Opposition gescholtenen Schutzschirm ist eher das Gegenteil der Fall“, so Scharfenberg.

Die Kassenkredite

Weitere Kassenkredite in Höhe von 2,4 Millionen Euro wurden durch die Hessenkasse abgelöst, wovon jedoch bis 2030 die Hälfte zurückgezahlt werden muss, weshalb dieses Jahr zwar 103.000 Euro weniger an Liquidität zur Verfügung stehen, aber ebenso 50.000 Euro weniger Zinsen gezahlt werden müssen. Insgesamt steigen die Erträge in Wanfried um 277.000 Euro; die Ausgaben um 195.000 Euro.

Die Investitionen

Ein Großteil der Investitionen im kommenden Jahr fließt in die Kanalsanierung in den Stadtteilen. Hier der Kanal Am Hopfen in Wanfried. 

Insgesamt betragen die geplanten Investitionen laut Bürgermeister Wilhelm Gebhard rund 850.000 Euro, wovon allein 730.000 Euro auf Baumaßnahmen entfallen. 

Schwerpunkt der Investitionen werden in Wanfried die Kanalsanierungen sein, welche mehr als die Hälfte der Gesamtinvestitionen ausmachen. Neben üblichen Projekten liegt ein weiterer Schwerpunkt auf den Feuerwehren: „Erst kürzlich haben wir beim Brand in Heldra erfahren, dass unser Geld dort gut angelegt ist“, sagt Scharfenberg.

Die Sorgen

Die CDU blickt kritisch auf die konjunkturelle Entwicklung in der Welt und betont, dass die gesunkenen Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft auch Wanfried betreffen werden; ebenso bleibe eine bedrückende Ungewissheit bezüglich der Grundsteuer, bis getreu der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts neue Bemessungsregelungen vorliegen. Die SPD-Fraktion kritisiert ausbleibende Steuersenkungen, wie sie im vergangenen Haushalt erfolgt sind, und blickt mit Sorge auf Leerstände in der Innenstadt: „Wir müssen prüfen, ob Subventionen möglich sind“, sagte Benjamin Franke.

Gebhard betont, dass die Leerstandsrate gefallen sei, die Stadt Zuwachs habe und eine gute Infrastruktur bestehe, aber „die Kitas sind bis auf den letzten Platz voll“. Spätestens im August rechnet er mit einer neuen Kita-Gruppe in Heldra. 

Von Lorenz Schöggl

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