Wanfried: Der Kabinenroller kehrt zurück

Sechs auf einen Streich: (von links) Achim Lüdecke, Norbert Gräf, Manfred Hörmann, Museumsführer Olaf Prehm, Bernd Kügler, Bürgermeister Wilhelm Gebhard, Wulf Schmidt und Daniel Croll mit dem halben Dutzend Oldtimern. 

Der Messerschmitt-Kabinenroller aus dem „Willi-Busch-Report“ kehrt 40 Jahre nachdem der Kinofilm in Wanfried gedreht wurde zurück. 

Mit dabei waren fünf weitere der seltenen Exemplare, die dieser Tage die ehemalige innerdeutsche Grenze abfahren.

Wulf Schmidt, Mitglied des deutschlandweit agierenden Messerschmitt-Clubs mit 800 Mitgliedern und circa 350 noch zugelassenen Maschinen, die zwischen 1955 und 1964 gebaut wurden, hat den original Kabinenroller aus dem Film erst seit wenigen Jahren in seinem Eigentum. Er kaufte ihn dem Vorbesitzer aus München ab, der den Roller damals den Dreharbeiten zur Verfügung stellte. „Der Kabinenroller war sogar während der Dreharbeiten mit Eschweger Kennzeichen offiziell angemeldet“, berichtet Schmidt. Das Original schaffte den Weg nach Wanfried aber nicht mehr.

Er hatte sich mit fünf Messerschmitt-Freunden im 30. Jahr des Mauerfalls dazu entschlossen, die jährliche Tour entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu planen. Die Tour startete am vergangenen Donnerstag in Mödlareuth und wird voraussichtlich nächste Woche in Travemünde an der Ostsee enden. Am Mittwoch statteten Daniel Croll aus Köln, Wulf Schmidt aus Bergisch Gladbach, Dr. Bernd Kügler aus Asbach (Westerwald), Manfred Hörmann aus Hannover, Norbert Gräf aus Stuhr und Achim Lüdecke aus Oedt (Kempen) auch der östlichsten Kommune Hessens einen Besuch ab.

Reise in die Vergangenheit

Wenige Tage vor der Tour wandte sich Schmidt an die damalige Produzentin des „Willi-Busch-Reports“, Elke Haltaufderheide in München, die daraufhin Bürgermeister Wilhelm Gebhard kontaktierte und ihn bat, die sechs Freunde und ihre Kabinenroller in Wanfried zu empfangen. Auch für Gebhard war es eine Reise in die Vergangenheit. Der Bürgermeister übernahm als Jugendlicher in der Fortsetzung „Deutschfieber“ im Jahr 1991 eine Komparsenrolle. 

Im Telefonat mit der Produzentin erfuhr Gebhard, dass der Schriftzug über dem Torbogen zum Rathaushof ein Überbleibsel der Dreharbeiten aus dem ersten Film im Jahr 1979 ist. „Die Zuschauer sollten sofort erkennen, dass es sich bei dem Gebäude um das Rathaus handelt“, sagte Haltaufderheide gegenüber Gebhard. Die Buchstaben blieben nach Abschluss der Dreharbeiten hängen – bis heute. „Der auffällige Schriftzug hilft Gästen und Besuchern noch heute, unser schönes Fachwerkrathaus sofort als solches zu erkennen“, sagt Gebhard.

Nach dem Empfang stellte Museumsführer Olaf Prehm das Dokumentationszentrum zur deutschen Nachkriegsgeschichte vor. Zum Abschluss organisierte Gebhard einen spontanen Besichtigungstermin des ehemaligen Grenzführungsturms, der vom Heimatverein Wendehausen betreut wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare