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Plesseturm-Sanierung startet mit einem Jahr Verspätung

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Von: Theresa Lippe

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Plesseturm in Wanfried von schräg unten
Baustelle: Der Plesseturm in Wanfried soll noch in diesem Jahr fertig saniert werden. © günter gleim/nh

Schlechtes Wetter, Bürokratie, Brut- und Nistzeiten - viele Faktoren haben zur Verspätung der Sanierungsarbeiten am Plesseturm beigetragen. Diesen Herbst soll es nun aber losgehen.

Wanfried – Mit einem charmanten „Hut ab“ begrüßt der Plesseturm aktuell seine Besucher, denn die Kanzel des Turms wurde für die Sanierung abgesägt. Knapp ein Jahr später als erhofft, sollen die Arbeiten zur Erhaltung des Turms nun tatsächlich Fahrt aufnehmen.

Zum 1. September dieses Jahres soll es losgehen, sagt Uwe Roth, Vorsitzender des Fördervereins. Vorher müsse man noch Rücksicht auf den ansässigen Wanderfalken nehmen, der sich dieser Tage in der Brut- und Nistzeit befindet. „Wegen Kriterien wie Bürokratie, Wetter und Corona hat sich unser Originalplan zusätzlich verschoben“, berichtet Roth.

Wanfried: Plesseturm wird saniert

Die derzeit zu erkennenden Fortschritte am Plesseturm seien alle in den ersten zwei Märzwochen gemacht worden. Jedoch habe der zuständige Zimmermannsmeister Hubertus Wetzestein schon einige Teile auf seinem Hof vorbereitet, die bei Baubeginn nur noch am Turm angebracht werden müssten.

Durch Untersuchungen wurden Stellen am Plesseturm festgestellt, an denen das Holz im Vergleich zum Rest besonders schnell verrottet ist. Diese Stellen wolle man bei der Sanierung durch bauliche Maßnahmen verstärken. Der Turm ist aus Holz, aufzuhalten sei der Einfluss der Natur auf das Material auch zukünftig nicht – aber das Ausmaß besser zu kontrollieren, erläutert Roth. So wolle man in Zukunft, wenn nötig, zwischendurch kleine Auffrischungen am Turm vornehmen, statt erneut 60 Jahre zu warten.

Alte Kanzel des Plesseturms
Hut ab: Die alte Kanzel wurde abgesägt – im Herbst wird sie erneuert. Das Foto entstand Anfang April © Günter Gleim/nh

Plesseturm in Wanfried wird mit Verspärung saniert

Bei der Sanierung im Herbst sollen außerdem Fehler der Vergangenheit berücksichtigt werden, erklärt der zweite Vorsitzendes des Vereins, Bauingenieur und Gutachter Joachim Erndwein. Einiges soll am Konstrukt optimiert werden: beispielsweise Ecken und Kanten, die in der Vergangenheit das Abtrocknen bei Nässe verhindert haben. Auch die Treppengeländer werden erneuert. Die bekannte Optik bleibt erhalten.

Schlussendlich wurden 170.000 Euro für die Sanierung des Plesseturms in Wanfried veranschlagt. Diese setzen sich aus Spenden (110.000 Euro), einem Zuschuss vom Bund (50.000 Euro) und Geld der Sparkassenförderung (10.000 Euro) zusammen. Doch Holz ist extrem teuer geworden und für die Sanierung bedarf es dafür sehr viel.

Wanfried: Plesseturm-Sanierung kostet knapp 170.000 Euro

Doch Glück im Unglück: „Die aktuellen Preise sind für uns kein Problem“, versichert der Vorsitzende des Fördervereins.

Denn das Baumaterial für den Plesseturm sei schon vor dem krassen Preisanstieg beschafft worden. „Schließlich hatten wir die Hoffnung, längst mit der Sanierung durch zu sein.“ Sollten zusätzliche unerwartete Kosten entstehen, dann nicht durch Materialbeschaffung, sagt Roth.

Wenn also alles glatt läuft, wird dem Plesseturm noch in diesem Herbst sein neuer Hut aufgesetzt.

Von Theresa Lippe

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