Er will Vereine stärken

Wanfried statt Berlin: Wilhelm Gebhard über den Bundestagswahlkampf und die Pläne für Wanfried

Wilhelm Gebhard bleibt Wanfried als Bürgermeister erhalten. Nach dem Bundestagswahlkampf will er nun zahlreiche Anliegen und Ziele für seine Stadt und die Stadtteile in die Tat umsetzen.
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Wilhelm Gebhard bleibt Wanfried als Bürgermeister erhalten. Nach dem Bundestagswahlkampf will er nun zahlreiche Anliegen und Ziele für seine Stadt und die Stadtteile in die Tat umsetzen.

Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard sprach mit uns über seine Erlebnisse während des Bundestagswahlkampfes und was er nun vor hat, wo er Wanfried erhalten bleibt.

Wanfried – Nach 14 Jahren als Bürgermeister in Wanfried hatte Wilhelm Gebhard die Chance, sich beruflich und politisch weiterzuentwickeln. Als Bundestagskandidat wagte der CDU-Politiker den ersten Schritt in Richtung Berlin, führte in den vergangenen Monaten einen intensiven Wahlkampf und war fast rund um die Uhr in den beiden Landkreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg unterwegs.

Gegen den langjährigen Bundestagsabgeordneten und Staatsminister Michael Roth (SPD) musste sich der 45-Jährige aber letztendlich geschlagen geben. „Ich habe alles gegeben, ich kann mir keinen Vorwurf machen“, sagt er im Nachgespräch zur Bundestagswahl. Dennoch habe er sich mehr erhofft – insbesondere aus Wanfried. Mit seinem Ergebnis sei er nicht zufrieden. „Viele Bürger kamen im Anschluss der Wahl zu mir und meinten, sie wollten mich als ihren Bürgermeister nicht verlieren“, sagt er. Sein Gegenkandidat sei sehr stark gewesen, dazu kam die desaströse Entwicklung der Bundes-CDU während des Wahlkampfes, was Gebhard nicht gerade den Rücken gestärkt habe.

Die Zeit während des Wahlkampfes empfand er als prägend und intensiv, aber auch als kräftezehrend. „Ich denke nicht, dass es an mangelndem Einsatz lag, ich habe den Wahlkampf bis zur Erschöpfung betrieben. Gleichzeitig habe ich auch als Bürgermeister noch Aufgaben gehabt“, verdeutlicht er. Seinem Team im Rathaus und allen Unterstützern ist er für jegliche Hilfe sehr dankbar, sagt er.

Zukunftspläne für Wanfried: Land für Ärzte attraktiver machen und Vereine stärken

Wilhelm Gebhard bleibt Wanfried als Bürgermeister nun erhalten. „Ich bin gerne Bürgermeister, darüber freue ich mich.“ Es bleiben die Fragen: Was steht nun an? Was sind die Ziele für Wanfried?

Unter anderem hat die landärztliche Versorgung eine hohe Priorität. „Es gibt einige Wanfrieder, die sich im Medizinstudium befinden, es wäre toll, wenn diese dann als Ärzte in ihre Heimat zurückkehren würden“, nennt Gebhard als Möglichkeit. Dafür müsse man aber Geld in die Hand nehmen und das Land attraktiver machen. Die „Initiative Landarzt-sein“ könne dabei hilfreich sein.

Außerdem ist ein großes Anliegen der Bevölkerung, dass die Innenstadt verkehrsberuhigter wird. Es müsse eine Lösung zur Regelung des Verkehrsflusses her, dafür bedarf es aber eines durchdachten Konzepts, sagt Gebhard. Finanziell soll das aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ gefördert werden, aus dem Wanfried kürzlich 250 000 Euro erhalten hat. Daraus sollen auch die Gestaltung der Räume des Museums und der Bücherei sowie deren digitale Informationsmöglichkeiten finanziert werden.

Aber auch persönlich verfolgt Gebhard Ziele für die Stadt und Stadtteile: „Ich möchte, dass die Vereine nach Corona zu alter Stärke zurückfinden, denn sie sind wesentliche Elemente unseres Zusammenlebens.“ Unter anderem müsse man junge Menschen dafür begeistern, in den Vorständen mitzuarbeiten, findet der Vater zweier Söhne, der selbst in zahlreichen Vereinsvorständen engagiert ist. „Die Vereine leisten mehr, als manch einer glaubt. Das müssen wir unterstützen, damit die Vereine zukunftsfähig sind. “

Von Jessica Sippel

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