Der Hauptmann dankt heute ab

Wolf-Arthur Kalden zieht sich einen Tag nach seinem 64. Geburtstag aus Unternehmen und Ehrenamt zurück

Wanfried. Weitsicht ist scheinbar die Eigenschaft, die Wolf-Arthur Kalden (64) in den vergangenen 30 Jahren am meisten ausgezeichnet hat. Das trifft sowohl auf seine unternehmerische Karriere zu wie auch auf sein ehrenamtliches Wirken.

Nach und nach zieht sich der Wanfrieder aus dem aktiven Teil zurück. Wir sprachen mit ihm über...

Sein Abschied bei H.O. Persiehl

Bis zuletzt war Kalden für den Nachfolger seines einstigen Unternehmens Wanfried-Druck beratend tätig. Er betreute die Großkunden des größten Wanfrieder Arbeitgebers. Bis zu 60 000 Kilometer reiste er dafür durch Europa. Zum Jahresende läuft sein Vertrag aus. „Es ist ein beruhigendes Gefühl zu einem Zeitpunkt zu gehen, da im Unternehmen alles seinen geordneten Gang geht“, sagt er.

Schon vor knapp 20 Jahren, als das Unternehmen satte Gewinne machte, hat er sich Gedanken über die Unternehmensnachfolge gemacht. „Ich wusste, dass wir alleine nicht bestehen würden“, sagt er. In dieser Zeit habe er auch Fehlentscheidungen getroffen. Mit der Auswahl der Hamburger Persiehl-Brüder Philipp und John-Moritz, die das Unternehmen 2013 übernommen haben, sei ihm aber ein richtig guter Griff gelungen.

Seinen Schützenverein

Auch hier hat er sich langfristig nach einem Nachfolger als Hauptmann umgesehen. Der sollte politisch wie geschäftlich unabhängig sein und immer „ein Fass Bier vor sich herrollen können“. Mit Thomas Wehr habe er die passende Person gefunden. Diese Kriterien habe er von seinem Vater Peter übernommen, der den Verein vor ihm führte und ihn 1986 in die Position des Hauptmanns der Wanfrieder Schützen beförderte.

Sein Ziel sei es gewesen, alle sozialen Schichten in dem Verein zu vereinen. „Unsere Stärke ist das integrative Element.“ Das hat er selbst zu spüren bekommen. „Immer wenn es beruflich stressig wurde, wurde ich auch bei den Schützen aufgefangen.“ 31 Jahre stand er an der Spitze des ältesten Wanfrieder Vereins. So lange, wie kein Vorgänger vor ihm. Jetzt konzentriert er sich wieder auf den Schießsport. Und auch den Schützenkönig schließt er nicht aus. „Das ist aber Glückssache.“

Verpflichtende Familie

Dass Familie verpflichtet, spürte Wolf Arthur Kalden sehr bald. Vor über 30 Jahren übernahm er Wanfried-Druck von seinem Vater, obwohl ihm ein internationaleres Leben in Paris auch sehr gut gefallen hätte. Fast gleichzeitig übernahm er auch die Verantwortung bei den Schützen. Er selbst denkt anders. Einem seiner drei Kinder die Firma zu übergeben, hätte er nicht für unbedenklich gehalten. An seiner Frau Dürten schätzt er besonders, dass sie immer hinter ihm steht und alles mitträgt.

Die Zeit danach

Auch die ist schon langfristig geplant. Vergangenes Jahr hat Wolf-Arthur Kalden eine Ausbildung zum Prädikant abgeschlossen. Seitdem ist er im Kreis unterwegs, um Gottesdienste, Trauungen, Beerdigungen oder Taufen zu halten. „Mit großer Lebenserfahrung hat man hier eine andere Herangehensweise“, sagt er. Außerdem freut er sich auf seine drei Enkel. Der Jüngste ist gerade einmal vier Wochen alt.

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