„Einer der besonderen Plätze“

Wanfrieder Hafen entwickelt sich zu Geheimtipp für Classic-Rock-Fans 

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Rockmusik im Sonnenuntergang: Jeden Sommer organisieren die Pächter am Wanfrieder Hafen ein besonderes Rock-Konzert. Über 2000 Menschen strömen dann an die Werra. Nach The Hooters, Niedeckens BAP und Roger Hodgson kommt am 18. August Status Quo nach Wanfried.

Wanfried. Der Wanfrieder Hafen entwickelt sich immer mehr zu einem Geheimtipp für Classic-Rock-Fans. Am 18. August tritt dort Status Quo auf. 

Früher ging es wuselig zu an der Wanfrieder Schlagd. Hier war der Endpunkt der Werra-Weser-Schifffahrt. Waren aus aller Welt wurden hier aus Bremen kommend für den Landweg umgeschlagen. Im 19. Jahrhundert endete langsam der Handel, der der östlichsten Stadt Hessens Reichtum brachte. Einmal im Jahr ist jetzt aber mindestens genauso viel los wie damals im 17. Jahrhundert. Rockmusik ist der Handel der Neuzeit.

1. Die Rettung des Wanfrieder Hafens

Zu verdanken ist diese Wiederbelebung in erster Linie zwei Personen. Eigentümer Ernst-Wilhelm Kalden entschied sich vor etwa zehn Jahren, die alten Schlagdscheunen doch nicht abzureißen, sondern sie zu restaurieren und ein Ausflugslokal einzurichten. Von Ostern bis Oktober wird die Hafengaststätte gerne besucht. Seit 2014 sind Petra Dreyer und ihr Mann Frank die Pächter dieses Lokals. Sie holen seitdem die klassischen Rockbands nach Wanfried.

2. Das Programm am Wanfrieder Hafen

2015 hatte alles mit The Hooters begonnen. Ein Jahr später kam Niedeckens BAP, im vergangenen Jahr war Roger Hodgson, die Stimme von Supertramp, zu Gast. „Wir haben Jahr für Jahr versucht, noch eine Schippe draufzulegen“, erzählt Frank Dreyer im Gespräch mit unserer Zeitung. In diesem Jahr kommt jetztStatus Quo

War im Juni 2016 zu Gast: Wolfgang Niedecken

„Wenn man mehrere Konzerte dieser Größenordnung gestemmt hat, wird es mit der Zeit leichter“, sagt Dreyer. Die Konzertagenturen würden anerkennen, dass man es als Veranstalter kann. 

Deswegen will Dreyer diese außergewöhnlichen Konzerte fortsetzen. Als Classic-Rock bezeichnet er die Stilrichtung auch für die Zukunft. Für diese Musik gäbe es hier eine Nische. Mit dem zehn Kilometer weiter stattfindenden Open-Flair-Festival, das eine Woche zuvor zu Ende geht, will er nicht in Konkurrenz treten. „Wir sprechen ein ganz anderes Publikum an.“

3. Das Publikum am Wanfrieder Hafen

Jahr für Jahr steigen auch die Besucherzahlen. Nach 1400 im ersten Jahr kamen zuletzt knapp 2500. Die Straße musste gesperrt werden, die Brücke über die Werra wurde als zusätzliche Zuschauertribüne genutzt. 

„Bei uns ist aber immer noch Platz, um gemütlich ein Bier zu trinken“, sagt Dreyer, der fast 30 Jahre eine Diskothek betrieben hat. Das Publikum ist 40 Jahre und älter. Das würde man merken, wenn der Platz sich nach dem Konzert leert. „Wir müssen keine Müllberge zusammenkehren, dafür sind die Abfallbehälter stark frequentiert.“

Atemberaubend: die Stimmung am Hafen.

4. Die Stimmung am Hafen in Wanfried

Die ist besonders. Wenn in lauen Sommernächten die Sonne hinter dem Hohen Meißner versinkt und die Schlagd in ein warmes Licht taucht, fühlt man sich auch ohne Musik schon beschwingt. „One of the special Places“, nannte Roger Hodgson den Wanfrieder Hafen bei seinem Besuch 2017. „Ein besonderer Ort“, beschrieb es der Kölsch-Rocker Wolfgang Niedecken ein Jahr zuvor auf Deutsch.

5. Die Tickets für die Veranstaltungen

Das nächste Konzert am Wanfrieder Hafen spielt Status Quo am Samstag, 18. August. Die Vorband ist 5th Avenue aus Hamburg. Karten gibt es bei den großen Ticketanbietern im Internet wie Eventim zum Preis von 86 Euro. Direkt in der Schlagd-Gaststätte in Wanfried gibt es die Karten ohne Vorverkaufsgebühr für 76 Euro. Außerdem kann man hier All-inclusive-Pakete mit Sitzplatz buchen. Kontakt: ZurSchlagd@gmx.de

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