Künstler der Verwandlung

Wanfrieder Schmetterlingszüchterin zieht Admiral auf

Von der Raupe über die Puppe zum Schmetterling: Simone Gress-Engelhardt aus Wanfried findet Raupen in der Natur und zieht sie dann fern von jeglichen Fressfeinden geschützt zum Falter auf. Hier hat sie das Schlüpfen eines Admiralschmetterlings festgehalten.
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Von der Raupe über die Puppe zum Schmetterling: Simone Gress-Engelhardt aus Wanfried findet Raupen in der Natur und zieht sie dann fern von jeglichen Fressfeinden geschützt zum Falter auf. Hier hat sie das Schlüpfen eines Admiralschmetterlings festgehalten.

Der Wanfriederin Simone Gress ist es gelungen, aus eine Admiralraupe einen Schmetterling zu ziehen.

Wanfried – Als Simone Gress-Engelhardt im Jahr 2018 mit unserer Zeitung erstmals über ihr großes Hobby – die Schmetterlingsaufzucht sprach – erzählte sie uns von ihrem Wunsch, einmal einen Admiral zu finden.

Ziemlich genau drei Jahre musste sie warten, vor ein paar Wochen war es dann so weit. Die Wanfriederin fand eine Admiralraupe und nahm sie mitsamt ihrer Futterpflanze – einer Brennnessel – nach Hause. Dort zieht die Schmetterlingsliebhaberin die Raupen sicher vor Fressfeinden auf und entlässt sie nach dem Schlüpfen dann wieder in die Freiheit.

„Die Admiralraupe spinnt sich aus einem Brennnesselblatt eine Tüte, in der sie vor Feinden geschützt lebt“, erklärt die 53-Jährige. Dieses Blatt wiederum frisst die Raupe auch auf. Bietet das Blatt dann keinen Schutz mehr, sucht sich die Admiralraupe ein neues Brennnessel-Versteck. „Auf dem Weg zu einem neuen Blatt bekommt man sie dann mal zu Gesicht“, schildert Gress-Engelhardt, die kürzlich das Glück hatte, genau diesen Zeitpunkt zu erwischen.

Raupe häutet sich nach drei Wochen

Nach etwa drei bis vier Wochen mehren sich die Häutungen der Raupe, sie wird dicker und dicker. Bald hängt sie sich kopfüber in die Stürzpuppe, mit der letzten Häutung verpuppt sich die Raupe. In diesem Stadium bleibt der zukünftige Schmetterling etwa 14 Tage lang. „Sobald man die Farben des Falters durch die Puppenhülle schimmern sieht, steht das Schlüpfen kurz bevor.“

Das Schlüpfen selbst dauert gerade einmal eine Minute, in der sich der Schmetterling kopfüber aus dem Kokon nach draußen schiebt. „Dieses Mal konnte ich das Schlüpfen sogar filmen“, sagt Simone Gress-Engelhardt. Neben dem Admiralfalter, den sie nach einer erfolgreichen Metamorphose kürzlich fliegen lassen konnte, hat sie unter anderem auch Raupen des wunderschönen und seltenen Schwalbenschwanzes aufgezogen.

Auch Distelfalter, Tagpfauenaugen, Landkärtchen und kleine Füchse haben bei der Wanfriederin die Entwicklung von der Raupe, über die Puppe bis hin zum bunten Schmetterling durchlaufen. Es ist immer wieder schön, diese Entwicklung beobachten zu können und die Schmetterlinge anschließend frei zu lassen.

Schmetterlinge als Hobby

Schmetterlinge sind Simone Gress-Engelhardts großes Hobby, das ihr sehr am Herzen liegt. Deshalb erinnert sie daran, wie wichtig Blühstreifen und die Brennnesselbüsche an den Rändern der Felder für die Insekten sind. In diesen Randstreifen befinden sich auch zahlreiche Insekten wie Schmetterlingsraupen, die oft mit weggemäht werden.

„Die wenigen, die überleben, finden dann keine Nahrung mehr“, verdeutlicht Simone Gress-Engelhardt. Wenn es aber noch mehr Blühstreifen in den Feldern gäbe, sagt sie, hätten Schmetterlinge, Bienen und viele andere Insekten mehr Nahrung. „Denn wir alle brauchen die Insekten zum Bestäuben der Pflanzen – und um uns an ihnen zu erfreuen.“ (Jessica Sippel)

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