Projekt für Generationen

Wanfrieder Stadtkirche wird verkleinert, um mehr Menschen anzuziehen

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Aufwendiger als gedacht: Bauleiter Alexander Schäfer (WHS) bespricht sich mit dem Statiker Dirk Bachmann, der direkt auf dem Gewölbekeller steht.

Wanfried – Das Wanfrieder Gotteshaus soll wieder mit Leben gefüllt werden. Das hat sich der Kirchenvorstand zur Aufgabe gemacht. Nun stehen Veränderungen an. 

Eine Zahl begleitet den Kirchenvorstand von Wanfried seit Jahren. 270 Euro verschlingt die Kirche Tag für Tag – ob sie genutzt wird oder einfach nur leer steht. Die Fixkosten sind vorhanden. Und da die Kosten eh anstehen, hat es sich der Kirchenvorstand zur Aufgabe gemacht, das Gotteshaus mit Leben zu füllen. Dafür müssen aber Veränderungen in der Kirche vorgenommen werden. Dass sich das auszahlt, zeigte jetzt das gemeinsame Konzert der Ulfener Jungs und des FMZ Frankershausen.

Umbau

Für Konzerte wie diese, das fast 500 Besucher und über 100 Musiker vergangene Woche in die Stadtkirche gezogen hatte, wurde umgebaut. Die ersten beiden Bankreihen wurden entfernt, damit solch große Orchester Platz finden. Was sich einfach anhört, hat einen großen Aufwand mitsichgebracht und am Ende fast 20. 000 Euro gekostet. „Die komplexe Statik war das Problem“, erklärt Kirchenvorstand Wolf-Arthur Kalden. Denn die Bänke stehen auf einem Gewölbe, das die Wärme in der Kirche verteilt. Außerdem waren für die Umbauzeit nur vier Wochen veranschlagt. Zwischen dem Silvester-Gottesdienst und der nächsten Hochzeit im Februar musste alles erledigt sein.

Das Projekt gelang. Das Wanfrieder Unternehmen WHS schaffte den Umbau mithilfe des Statikers der Landeskirche Dirk Bachmann und dem Denkmalschützer Tourell in drei Wochen. Kurzfristig wurde gleichzeitig noch ein Bogen im Chorraum von einem Experten wiederhergestellt. Und das Geld reichte am Ende auch.

Finanzierung

Die eine Hälfte der 20.000 Euro stammt aus Spenden, die die Kirchengemeinde gesammelt hat. Dazu gehört auch der Erlös des Konzerts, das der Schützenverein in der Kirche organisiert hat. Die andere Hälfte stammt aus dem Kirchenerhaltungsfonds, der seit zehn Jahren regelmäßig in die Wanfrieder Kirche von 1888 investiert.

Neue Projekte

Die Wanfrieder Kirche ist der größte Veranstaltungsraum in Wanfried. „Den muss man doch nutzen“, sagt Kalden. Zusammen mit den anderen Kirchenvorstandsmitgliedern hat er es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen verstärkt in die Kirche zu ziehen. Nach einer Umfrage in der Gemeinde wurden die Familien-Gottesdienste ins Leben gerufen und Kino und modernere Musik etabliert. Das ging so weit, dass hier Rockmusik auf der Orgel gespielt wurde. „Das hat einige verschreckt, andere angezogen“, erinnert sich Kalden. Man wolle aber alle ansprechen. Als Nächstes ist hier ein Whiskey-Tasting geplant. Außerdem ist ein Konzert der Musikschule, eines Gospelchores und kurz vor Weihnachten des Posaunenquartetts des Gewandhauses geplant. Das wird die täglichen Kosten von 270 Euro nicht senken, lässt sie aber sinnvoller erscheinen.

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