Wanfrieder will mit Projekt Fluchtursachen bekämpfen: Eine Welt, die für alle funktioniert

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Eine kleine Bibliothek mit Büchern zu politischen Themen gibt es in der ehemaligen Fabrik bereits. Die Werke hat Wolfgang Lieberknecht von einem Freund überlassen bekommen.

Wanfried - Fluchtursachen bekämpfen: Dafür kämpft der Wanfrieder Wolfgang Lieberknecht seit Jahren. Jetzt hat er ein Mitmach-Netzwerk gegründet.

Seit vielen Jahren verfolgt der Wanfrieder Wolfgang Lieberknecht mit seiner Initiative Black & White ein Ziel: Fluchtursachen zu bekämpfen und eine Welt aufzubauen, die für alle funktioniert. Nun startet ein weiteres Projekt – ein Mitmach-Netzwerk – mit dem er und weitere Beteiligte versuchen, dem gesetzten Ziel ein Stückchen näherzukommen.

„Wir wollen Schulen aus Deutschland und Ghana miteinander vernetzen und dadurch Fluchtursachen und die Möglichkeiten ihrer Beseitigung zum Thema machen“, erklärt der 66-Jährige. Gefördert wird dieses Vorhaben vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. „Außerdem werden wir uns vor Ort in Brong-Ahafo, einer Region in Ghana, mit dem Problem befassen.“ 

Eunice und Wolfgang Lieberknecht aus Wanfried. Das ehemalige Fabrikgebäude im Hintergrund baut das Ehepaar derzeit in eine Unterkunft für Workshop-Teilnehmer um.

Los geht es für eine Gruppe der Initiative bereits am kommenden Sonntag, wenn sie in den Flieger in Richtung Afrika steigen. „Sechs Tage lang werden wir dort vor über 20 Lehrern einen Workshop halten, indem wir Tipps geben, wie Ghana zu einem Land aufgebaut werden kann, in dem Menschen eine Zukunft haben. Sie sollen diese Informationen als Multiplikatoren dann an ihren Schulen verbreiten“, sagt Lieberknecht.

Der Klimawandel, Krieg, Gewalt und die Perspektivlosigkeit seien laut Lieberknechts Frau Eunice die Hauptgründe der Ghanaer, ihr Land zu verlassen. „Viele Menschen haben leider kein Verständnis dafür, warum das Leben dort um einiges schwieriger ist als beispielsweise in Deutschland. Die Gründe dafür werden einfach nicht an die Öffentlichkeit herangetragen“, berichtet Eunice Lieberknecht.

Das in Wanfried lebende Ehepaar würde sich zudem freuen, wenn Schulen aus dem Werra-Meißner-Kreis Mitglied des geplanten Netzwerkes werden könnten. Interessierte können sich diesbezüglich über die Facebookseite der „Black&White“-Initiative mit den Vereinsmitgliedern in Verbindung setzen.

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Zentrum entsteht in Wanfried 

Damit Menschen aus weiterer Entfernung auch an den Fortbildungen teilnehmen können, ist Wolfgang Lieberknecht derzeit dabei, die ehemalige Polstermöbel- und Matratzenfabrik seines Vaters in ein Zentrum der Initiative umzubauen. „Geplant sind mehrere Zimmer für Übernachtungsgäste und Vortragsräume. Eine kleine Bibliothek mit Büchern zu politischen Themen gibt es schon“, so Lieberknecht.

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