Masken für den Alltagsgebrauch

Wegen Corona: Wanfrieder Firma produziert nun Gesichtsmasken

Bild aus vergangenen Tagen: Die Näherinnen stellen jetzt auch Gesichtsmasken her. Das Bild stammt aus Vor-Corona-Zeiten, als man noch dicht an dicht sitzen durfte. Seit Wochen ist die Belegschaft in zwei Teams aufgeteilt, Abstände werden gewahrt.
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Bild aus vergangenen Tagen: Die Näherinnen stellen jetzt auch Gesichtsmasken her. Das Bild stammt aus Vor-Corona-Zeiten, als man noch dicht an dicht sitzen durfte. Seit Wochen ist die Belegschaft in zwei Teams aufgeteilt, Abstände werden gewahrt.

Die Corona-Krise zwingt heimische Betriebe kreativ zu werden: Die Wanfrieder Firma Werkmeister fertigt nun Gesichtsmasken. 

Durch die Produktionsumstellung fertigt das Unternehmen jetzt Gesichtsmasken für den herkömmlichen, teilweise auch für den medizinischen Gebrauch. 

„Das sind keine professionellen Masken, wie sie im OP eingesetzt werden sollen, können aber im Alltag eines jeden Menschen oder auch in der ambulanten Pflege helfen“, sagt Dr. Stefan Frinken, Geschäftsführer des Wanfrieder Unternehmens.

Normalerweise werden medizinische Textilien produziert

Die Firma Werkmeister stellt unter normalen Umständen medizinische Textilien her. Dazu gehören Stützbandagen, Orthesen, Kissen, Wärmekissen, Bettauflagen oder Druckverbände um nur einige zu nennen. „Noch ist die Auftragslage gut“, sagt Frinken. In erster Linie widme man sich seinem Kerngeschäft. 

Die Gesichtsmasken werden jetzt parallel und zusätzlich produziert. 4000 bis 5000 Stück könnten so pro Monat hergestellt werden. „Das ist sicherlich nicht ausreichend, aber ein Beitrag in der Krise“, sagt Frinken.

Werkmeister stellt zwei verschiedene Arten dieser Gesichtsmasken her. Im Lohnauftrag werden einerseits hochwertig wiederverwendbare Masken gefertigt, die Mund und Nase abdecken sollen. Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BFARM) solle eine Zulassung beantragt werden.

Die Masken sollen auch in der Region verkauft werden

Andererseits werden auch einfache Einmal-Masken gefertigt. Die sind für jedermann geeignet und sollen in erster Linie in der Region abgesetzt werden. Supermärkte aus der Umgebung hätten beispielsweise schon angefragt, berichtet Frinken. Ab Donnerstag, den 9. April, läuft die Produktion der Masken.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Werra-Meißner hatte auf Initiative des Landes Hessen bei heimischen Unternehmen abgefragt, wer seine Produktions auf Schutzausrüstung umstellen könne. 

Neben Werkmeister kommen auch noch die Firmen Mailinger in Sontra, die Schutzanzüge herstellen könnten, und die Foliendrucker Voigt aus Hessisch Lichtenau, die Sichtschutzmasken produzieren wollen, infrage. Sie alle können für die zentrale Beschaffungsstelle des Landes Hessen produzieren. 

"Aus der Not sind neue Geschäftsbereiche geboren"

„Aus der Not sind hier neue Geschäftsbereiche geboren, die auch über die Krise hinweghelfen können“, sagt Kleeberg.

Sechs bis acht Mitarbeiter werden bei Werkmeister mit dem Nähen der Masken beauftragt sein. Die insgesamt 55 Mitarbeiter in der Produktion wurden schon zu Beginn der Corona-Krise aufgeteilt. In zwei Teams halten sie die Produktion aufrecht. Gewechselt wird im 14-tägigen Rhythmus. 

„Selbst wenn ein Mitarbeiter aus einem der beiden Teams positiv getestet würde, könnten wir nach einer gründlichen Desinfektion weitermachen“, sagt Frinken, von hause aus selbst Mediziner.

Werkmeister beschäftigt rund 100 Menschen in Wanfried

Die Werkmeister GmbH + Co. KG beliefert über 3000 Kunden in mehr als 20 Ländern und beschäftigt am Standort Wanfried rund 100 Mitarbeiter – 55 davon in der Produktion. Sie arbeiten sowohl mit dem Sanitätsfachhandel als auch mit der Orthopädie- und Rehatechnik zusammen. Spezialität sind Maßanfertigungen.

 „Flexibilität und umfangreiche Fertigungsmöglichkeiten versetzen uns in die Lage, innerhalb kürzester Zeit auf Marktgegebenheiten und individuelle Kundenwünsche zu reagieren“, heißt es auf der Homepage.

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