Vereinsgründung geplant

Bürgerversammlung zur Zukunft des Plesseturms

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Wahrzeichen seit fast 54 Jahren: Was mit dem maroden Plesseturm bei Wanfried geschehen soll, wird im Februar bei einer Bürgerversammlng geklärt.

Wanfried. Was wird aus dem maroden Plesseturm? Diese Frage ist auch fast zwei Jahre, nachdem der Turm aus Sicherheitsgründen gesperrt wurde, noch nicht geklärt.

Eine weitere Bürgerversammlung im Februar soll Klarheit bringen.

Das sind die Schäden

Die Standsicherheit und die Verkehrssicherheit des Bauwerks sind nicht mehr gegeben. Die gesamte Holzkonstruktion des Plesseturms ist gekennzeichnet von der Verwitterung der Holzprofile und des Holzschutzes, einhergehend mit Rissen, Abwitterungen, Versprödungen, Absplitterungen und zum Teil von Fäulniserscheinungen.

Das steht zur Debatte

Ein Neubau des Aussichtsturmes scheidet aus. Die Kosten würden etwa 300.000 Euro betragen. Auch eine Sanierung des Turms ist zu teuer. Hier werden über 100.000 Euro plus die Unterhaltungskosten veranschlagt. Deswegen werden jetzt ein Rückbau und die Umgestaltung diskutiert.

Das sagt die Gutachterin

Die Gutachterin empfiehlt den Teilrückbau mit Erstellung einer überdachten Aussichtsplattform. Aus ihrer Sicht wäre auch ein Abriss und Neuaufbau bis zum ersten Obergeschoss mit erhaltungswürdigen Bestandsbauteilen denkbar. Für diese Variante sollte dann ein ausschreibungsfähiger Entwurf mit Kostenschätzung ausgearbeitet werden.

Das steht als Nächstes an

Während der Bürgerversammlung soll auch zum letzten Mal über die Gründung eines Vereins zur Erhaltung des Plesseturms diskutiert werden. Bislang hat sich eine Arbeitsgemeinschaft bestehend aus den Wanfriedern Uwe Roth, Jörg Hofmann, Joachim Erndwein, Wilhelm Gebhard, Erhard Niklass und Hubertus Wetzestein zusammengefunden. In den vergangenen drei Jahren wurden außerdem bereits über 20 000 Euro an Spenden für den Erhalt des Turmes gesammelt. Sie sollen zur Rettung verwendet werden. Was passiert, wird letztendlich von der Stadtverordnetenversammlung im Frühjahr entschieden.

Wahrzeichen steht seit fast 54 Jahren

1884 wurde der erste Aussichtsturm auf der Plesse errichtet. Neun Meter hoch war das Konstrukt, das der Werratalverein initiierte. Die Anregung und Ausführung des ersten Aussichtsturms sind laut Eschweger Tageblatt dem Königlichen Oberförster Mittelacher und dem Bauunternehmer Besser aus Wanfried zu verdanken. 1959 wurde dieser wegen Baufälligkeit gesperrt und 1961 abgerissen. Der Werratalverein wollte sich direkt um die Wiedererrichtung eines Turmes kümmern. Die Kosten waren aber zu hoch. Mit Fördermitteln organisierte der damalige Bürgermeister Erich Thomas den Bau, den Zimmermann Karl Wetzestein übernahm. 36 000 D-Mark kostete der Turm letztendlich. (ts)

Der Plesseturm im Zahlen

Seit 53 Jahren steht der Plesseturm bei Wanfried. Wir haben beeindruckende Zahlen zu dem Bauwerk:

6 Etagen ist der Plesseturm hoch. Das Bauwerk wurde in der Zimmerei Wetzestein in Wanfried in mehreren Einzelteilen gefertigt und dann mit dem Laster des Sägewerks Ruhlandt auf den Berg gefahren.

8 Meter ist das Fundament des Turmes jeweils lang und breit. Dazu noch einen Meter tief.

9 Kilometer ist der Premiumwanderweg 5 lang, der Touristen über die Plesse an dem Turm vorbeiführt. Zurzeit ist der Turm nicht begehbar.

22 Festmeter Lärche wurden für den Bau des Turmes verwendet. Das Holz stammte aus der Revierförsterei Wanfried.

96 Stufen führen bis in die sechste Etage des Turms. Sie alle wurden zur finanziellen Rettung des Turmes an Spender verkauft, die mindestens 100 Euro dafür geboten hatten.

400 Sack Zement wurden für das Fundament aufgebraucht. Dazu wurden 80 Kubikmeter Kies verwendet.

479,6 Meter hoch ist der Bergrücken der Plesse, auf dem sich der Turm befindet. 300 Meter von dem bekannten Plessefelsen entfernt.

1500 Kilogramm Eisen sind in dem Fundament des Turmes eingelassen.

1964, genau am 14. Mai, wurde der Turm auf dem Plessefelsen so wie er heute noch steht von Verkehrsminister Osswald eingeweiht.

50 Jahre: Die schönsten Bilder vom Wanfrieder Plesseturm gibt es hier.

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