Fragen und Antworten

In Wehretal beginnen im Sommer die Bauarbeiten für die A44 

Realitätstreue Grafik: Das Bild zeigt die Autobahnbrücke bei Oetmannshausen, wie sie einmal aussehen soll. Rechterhand liegt Reichensachsen, links Hoheneiche. Im Rücken soll der Spitzenberg-Tunnel entstehen, in Weiterführung der Straße der Trimberg-Tunnel. Modellbild:  Deges

Reichensachsen. Das Interesse war groß, als am Dienstagabend Vertreter von Hessen Mobil und der Deges über die neue Autobahn 44, die Nordumgehung Reichensachsens und die Sanierung der Landstraße berichteten. Mehr als 300 Menschen waren in das Bürgerhaus gekommen, um sich auf den neusten Stand bringen zu lassen.

? Welche Themen wurden behandelt?

! Es gab eine ganze Fülle: Neben der Sanierung der Landstraße standen auch die Verlegung der B 27, die A 44 und die Nordumgehung auf der Tagesordnung.

? Wann wird die Landstraße in Reichensachsen saniert?

! Noch im April dieses Jahres geht es los. In einem ersten Bauabschnitt wird ab dem 18. April die Landstraße zwischen dem Edeka-Markt und dem Anschluss nach Oberhone abgefräst und mit einer neuen Decke versehen. Das passiert in zwei Schritten: Während der Teil zwischen dem Edeka-Markt (dessen Zufahrt immer frei bleiben soll) und der Ernst-Reuter-Straße komplett für den Verkehr gesperrt werden muss, wird der restliche Teil bis zur Abfahrt nach Oberhone unter halbseitiger Sperrung saniert.

Der zweite Bauabschnitt fängt dann nach den Sommerferien an: Ebenfalls unter einer Vollsperrung wird der Teil zwischen dem Edeka-Markt und Küllmer Bau in Richtung Hoheneiche grundhaft ausgebaut. „Wir hoffen, damit bis Ende November fertig zu sein“, sagt Peter Wöbbeking von Hessen Mobil. Er schätzt die Kosten auf 1,3 Millionen Euro für beide Bauabschnitte.

? Wo wird der Verkehr umgeleitet, wenn die Landstraße gesperrt ist?

! Über die B 27, sagt Wöbbeking. Autofahrer, die aus Richtung Kassel kommen und nach Eschwege wollen, müssen sich in Oetmannshausen links halten und über das Weidenhäuser Kreuz fahren, gleiches gilt in umgekehrter Fahrtrichtung. „Bevor es losgeht, gibt es aber noch mal eine Anliegerversammlung“, verspricht Wöbbeking.

? Warum wird die Landstraße in Reichensachsen überhaupt saniert, wenn sie in den kommenden Jahren von einer Bundes- zur Kreis- und Gemeindestraße zurückgebaut wird?

! Weil die vor allem an den Ortseinfahrten Schäden aufweist. Die sind teilweise sichtbar, verlaufen zum Teil aber auch unter der Asphalt-Schicht, wie Hessen Mobil mitteilt. Zudem müsse die Straße jetzt noch in Verantwortung des Bundes saniert werden, mit einem Rückbau sind dann die Gemeinde und der Kreis zuständig.

? Warum wird die Landstraße in zwei Bauabschnitten saniert?

! Das hängt mit den Bauarbeiten an der B 27 zusammen: Die wird in den Sommerferien gesperrt werden, weil sie wegen der künftigen Brücke der A 44 verlegt werden muss. Weil der Verkehr dann über die Landstraße in Reichensachsen umgeleitet wird, muss die frei sein.

Der Trimbergtunnel: So soll die Einfahrt aussehen, wenn man aus Richtung Waldkappel kommt. Modellbild  Deges

? Warum muss die B 27 verlegt werden?

! Das hängt mit der geplanten Trassenführung der A 44 zusammen: Durch den Trimberg bei Oetmannshausen führt ein Tunnel. Kurze Zeit, nachdem er aus dem Berg herauskommt, führt die Autobahn anschließend über eine Brücke, die über die Bundesstraße führt und dann in Richtung Süden geführt werden soll. Die Pfeiler der Autobahnbrücke stoßen da auf den Boden, wo jetzt noch die B 27 verläuft.

? Wie lange dauert es, bis das Teilstück der Autobahn, das die Gemeinde Wehretal tangiert, fertig ist?

! Der 8,8 Kilometer lange Abschnitt liegt zwischen den Anschlussstellen Waldkappel und Ringgau und soll Mitte 2020 fertig sein. Rund um Waldkappel wird schon seit Ende 2014 gebaut, in diesem Sommer wird dann auch das Gelände rund um Oetmannshausen von Baggern bevölkert sein. Der Teilabschnitt umfasst die beiden Tunnel Trimberg und Spitzenberg, zudem die 685 Meter lange und 17 Meter hohe Wehrebrücke. Die Kosten für diesen Streckenabschnitt belaufen sich auf gut 270 Millionen Euro.

? Was hat es mit der geplanten Nordumgehung zwischen Eschwege und Reichensachsen auf sich?

! Das steht noch nicht ganz fest, weil das Baurechtsverfahren noch läuft. Peter Wöbbeking geht aber nicht davon aus, dass vor 2018 irgendwas passiert. Die Nordumgehung soll künftig den Verkehr von Eschwege aus kommend über einen Kreisel, der an der jetzigen Abfahrt nach Oberhone entstehen soll, an Reichensachsen vorbei auf die künftige A 44 führen. „Fertig sein muss die aber zusammen mit der Autobahn“, sagt Wehretals Bürgermeister Jochen Kistner.

Von Constanze Wüstefeld

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