Sonne hilft Klärwerk

Das Abwasserwerk in Reichensachsen bekommt Solarstrom und wird umfassend saniert

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Das neue Dach über dem Hebewerk des Klärwerkes in Reichensachsen soll eine Solaranlage tragen, mit der die Anlage die Hälfte seines Eigenenergiebedarfes decken könnte. Geschäftsführer Pascal Jacob führt technische Regie bei der Sanierung des Klärwerkes.

Reichensachsen – Rund die Hälfte seines täglichen Energiebedarfes soll das Klärwerk des Abwasserverbandes Wehretal-Sontratal künftig selbst decken können.

Im Zuge der jetzt begonnenen Sanierung des Verbandsklärwerkes in Reichensachsen wird derzeit auf das bisherige Flachdach des Hebewerkes ein Schrägdach aufgesetzt – als künftiger Träger eine Solaranlage.

In die Jahre gekommen: Den technischen Anlagen des Hebewerkes ist die Zeit inzwischen anzusehen.

Die 30-KwP-Anlage soll, wenn es gut läuft, täglich um die 240 Kilowatt Leistung liefern. „Das deckt etwas die Hälfte unseres Energiebedarfes“, sagt der Geschäftsführer des Klärwerkes Pascal Jacob. Der Verbrauch der Anlage liege zwischen 500 und 1000 KW am Tag. Dass das funktionieren könnte, davon geht Jacob aus. „Das Dach hat eine optimale Südausrichtung.“ Ins Stromnetz soll keine Energie eingespeist werden, dafür aber eventuell weitere Flächen auf dem Gelände des Klärwerkes für Solarenergie genutzt werden.

Seit zirka fünf Jahren laufen die Planungen für die Sanierung des Klärwerkes, das noch aus den 1970er- und 1980er-Jahren stammt. „Das Dach musste dringend erneuert werden, es begann undicht zu werden und Schäden am Gebäude zu verursachen“, sagt Jacob. Die Kosten für die Dacherneuerung belaufen sich auf 60 000 Euro, die Solaranlage soll 30.000 Euro kosten. Das trägt der Abwasserverband, der die Anlage monetär betreibt.

Technische Erneuerung

Doch mit dem Klärwerksdach, das bis 2021 fertig sein soll, sind die Sanierungspläne längst nicht abgeschlossen. Auch an den technischen Anlagen unter anderem im Hebewerk, hat der Zahn der Zeit gefressen. „Die Maschinen- und Elektrotechnik im Hebewerk muss erneuert werden“, sagt Jacob. Nach bisherigen Schätzungen wird das um eine halbe Millionen Euro kosten. Die Aufträge dafür seien bisher aber noch nicht ausgeschrieben. Geplant ist dieser Teil der Klärwerkserneuerung eher ab 2022 oder 2023.

Sand- und Fettfang

Auch die Anlage zum Abscheiden von Sand und Fetten aus den Abwässern soll überholt werden. „Bisher hat der Sand zu viele organische Bestandteile und eignet sich deshalb zum Beispiel nicht für den Straßenbau“, erklärt der Geschäftsführer. Die Abfallprodukte werden bisher auf eine Deponie in das thüringische Kieselbach gebracht. Eine Lösung, die auf Dauer zu teuer ist.

Kanalspüldienst

Der Abwasserverband betreibt als Dienstleister zudem einen Kanalspüldienst für Kommunen. Auch hier will der Verband voraussichtlich 2022/2023 investieren. Bisher sei die die Lagerung des Fäkalgutes „suboptimal“, so Jacob.

Das Verbandsgebiet

Angeschlossen an das Klärwerk in Reichensachsen sind aktuell alle Ortsteile der Gemeinden Wehretal und Ringgau (inklusive Straßenentwässerung) sowie Wichmannshausen, Bischhausen, Kirchhosbach, Waldkappel, Harmuthsachsen, Hasselbach, Alberode und Germerode – und damit die Abwässer von etwa 15.000 Menschen. Die Kapazität der Anlage liegt insgesamt bei der Abwasserentsorgung für 19.000 Menschen.

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