Anwohner sind genervt: Tag und Nacht Autos auf dem gesperrten Steinweg in Reichensachsen 

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Schild und Spiegel: Weil ein Anwohner des Steinweges um das Wohl der dort lebenden Kinder besorgt ist, hat er ein Hinweisschild für den Durchfahrtsverkehr aufgestellt. Der Spiegel dient als Hilfe, um mit dem Auto unversehrt vom Grundstück zu gelangen. 

Reichensachsen. Seit Mitte Mai fahren Tag und Nacht Autos unerlaubt durch den Steinweg in Reichensachsen, weil die Fahrer die Umleitung wegen der Baustelle nicht in Kauf nehmen wollen.

Endlich Ruhe: Das wünschen sich einige Anwohner des Reichensächser Steinweges. Seit Mitte Mai fahren dort Tag und Nacht zahlreiche Verkehrsteilnehmer unerlaubt durch die gesperrte Straße, weil sie die Umleitung über die Bahnhofüberquerung nicht in Kauf nehmen wollen. Grund für die Umleitung ist, dass seit Mai ein Teilstück der Ortsdurchfahrt von Reichensachsen unter Vollsperrung saniert wird.

Vier besorgte Frauen erzählten uns bereits von ihren Problemen, die sie und weitere Menschen seit Monaten ertragen müssen. Nicht nachvollziehen können sie außerdem den unerfüllten Wunsch nach einem ganz bestimmten Verkehrsschild.

Anwohner wünschen sich ein "Vorsicht Kinder"-Schild

„Ohne große Bedenken mit meinen Kindern vor die Haustür gehen, das kann ich schon sehr lange nicht mehr“, berichtet Anna Schwich, Mutter von zwei Kindern. Viel zu groß sei die Gefahr, von einem vorbeirasenden Fahrzeug angefahren zu werden. „Leider halten sich viele nicht an die Tempo-30-Regelung und rasen mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne Rücksicht auf Verluste über die Straße.“

Der Wunsch nach einem Hinweisschild „Vorsicht Kinder“ sei laut eines Anwohners, der nicht namentlich in der Zeitung erwähnt werden möchte, bisher unerfüllt geblieben. „Im unteren Steinweg sind vor einiger Zeit Schilder dieser Art angebracht worden, in der oberen Hälfte jedoch nicht. Das ist für viele unverständlich, denn wir haben festgestellt, dass hier eine Menge an Kindern wohnt“, sagt der Anwohner.

Laut Reichensachsens Bürgermeister Jochen Kistner hat das auch einen Grund: „Die untere Hälfte des Steinweges ist nicht von der Sperrung betroffen. Deshalb war es uns wichtig, dort diese Schilder zu platzieren. Straßen, an denen Kinder leben, gibt es viele. Wenn wir überall die Hinweise anbringen, würden diese wahrscheinlich kaum noch für Aufmerksamkeit sorgen“, glaubt der Bürgermeister.

Weiteres Schild sorgt für Aufregung unter den Anwohnern

Anwohner zweifeln an der Gültigkeit des Zettels am Schild: Wehretals Bürgermeister Jochen Kistner bestätigt aber, das es gilt. 

Ein weiteres Schild sorgt vor der Einfahrt in den gesperrten Teil des Steinweges für Aufsehen. Es besteht lediglich aus einem einlaminierten Stück Papier und wurde an einem „Durchfahrt verboten“-Hinweis befestigt. 

Ob das in dieser Art überhaupt zulässig ist, bezweifelten mehrere Anwohner allerdings oder sind sich unsicher. „Ja, es ist gültig. Die Aufschrift soll lediglich eine Erläuterung dafür sein, wer unter den Begriff Anlieger fällt und somit die Erlaubnis hat, die Straße zu befahren“, erklärt Jochen Kistner auf Anfrage unserer Zeitung.

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