„Muss man gesehen haben“

Besichtigungstermin auf der Autobahn: Deges zeigt A-44-Baustelle bei Reichensachsen

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Gigantische Ausmaße: Die Baustelle ist riesig. Die Besucher staunen über die gigantischen Abmessungen von Tunnelröhren und Maschinen.

Am Samstag konnte beim Tag der offenen Tür die A-44-Baustelle zwischen Oetmannshausen und Reichensachsen besichtigt werden. Die Besucher waren beeindruckt von dem Bauwerk.

Bernd Iba und Emma Brill schlenderten über die 670 Meter lange Wehretalbrücke. Der 66-jährige Sontraer kam auf der Autobahnbaustelle bei Reichensachsen aus dem Staunen nicht mehr heraus, währenddessen seine neunjährige Enkelin Foto um Foto machte. Viele Besucher nutzten das Angebot der Deges und sahen sich am Samstag auf der Großbaustelle der Autobahn 44 um.

Spaziergang auf der Autobahn: Bei strömendem Regen besichtigen die Besucher die Autobahnbrücke.

„Es ist schön, mal zu sehen, wie hier gearbeitet wird“, sagte Iba, der so große Maschinen nur selten gesehen hat. „Und Emma kann auch viel Wissenswertes mitnehmen.“ Zuvor waren sie mit dem Shuttlebus vom Sportplatz zur Baustelle gefahren. Als sie wieder nach Hause fuhren, war der Parkplatz vollgeparkt. Mehrere Hundert, wenn nicht sogar Tausend Schaulustige nahmen das Angebot der Deges an und schauten sich die Baustelle im Detail an. Auch Timo Friedrich, der Wehretaler Bürgermeister, war beeindruckt: „Das Bauwerk muss man gesehen haben.“

Zuerst liefen viele Gäste in den 599 Meter langen Spitzenberg-Tunnel, der sich seit Mitte 2017 im Bau befindet. Der aus zwei parallelen Röhren bestehende Tunnel unterquert in Hanglage das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Werra- und Wehretal. Tiefbohrungen haben ein starkes Gestein vermuten lassen. Dies war nicht so. „Ein weiches Gestein macht den Bau des Tunnels besonders schwierig“, ließ Baubevollmächtigter Wojciech Kedzierski wissen. Pro Röhre erfolgen 480 Meter Sprengvortrieb und 80 Meter Baggervortrieb. Kedzierski: „Diese Arbeiten sind aufgrund der schwierigen geologischen Verhältnisse höchst anspruchsvoll.“

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Im Anschluss stand ein 1,2 Kilometer langer Fußmarsch an, um zum Trimberg-Tunnel bei Oetmannshausen zu gelangen. Dabei überquerten die Gäste zum ersten Mal die Wehretalbrücke. Das knapp 670 Meter lange Bauwerk überbrückt die Wehre, einen Radweg, drei Wirtschaftswege, die Bahnstrecke Göttingen-Frankfurt sowie die Bundesstraßen 27 und 452. Für jede Richtungsfahrbahn entsteht ein separates Teilbauwerk, um bei Verkehrsunfällen und im Fall von Instandsetzungen den Verkehr auf eine Brücke umzuleiten. Seit 2016 laufen die Bauarbeiten. Insgesamt werden 125.000 Kubikmeter Gestein entfernt, um den Spitzenberg-Tunnel zu bauen.

Besichtigung der Autobahnbaustelle

Von Marvin Heinz

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