350 Bürger besuchen Südlink-Informationsveranstaltung in Reichensachsen

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Schaukasten: Der Südlink wird gebaut – die Frage ist, wo: Eine der möglichen Trassen führt durch den Werra-Meißner-Kreis, eine andere durch das benachbarte Thüringen. 

Reichensachsen – Die Bürger mit Initiative setzten ihren Weg fort.

Informationen rund um den Südlink wollen sie vermitteln, Aufklärungsarbeit leisten zur gigantischen Stromtrasse und ihrem möglichen Verlauf quer durch den Werra-Meißner-Kreis – „ohne Angst zu schüren, aber auch, ohne die Dinge zu beschönigen“. Nach Veranstaltungen in Archfeld, Röhrda, Wommen und Ifta haben Oliver Radel, Torsten Möller und Svenja Kress am Montagabend ins Bürgerhaus nach Reichensachsen geladen – und mehr als 350 Menschen kamen.

„Sie haben es geschafft, die Menschen zu mobilisieren“, lobte der Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann. Es geschafft, die Bürger aufzuklären über eine Stromtrasse, deren möglicher Verlauf durch den Werra-Meißner-Kreis „aus naturschutzfachlicher Sicht nicht akzeptabel“ sei. Vier Stellungnahmen habe allein der Werra-Meißner-Kreis seit dem Jahr 2016 gegen die entsprechende Trassenführung eingereicht; dazu kämen die Einreichungen der Kommunen. „Es ist noch nicht zu spät, sich dagegen auszusprechen“, betonte Dr. Rainer Wallmann – „der Zeitpunkt für sachorientierten Widerstand ist nun genau richtig gewählt.“

Widerstand – aber gegen was? „Gegen die Zerstörung und Durchpflügung der Landschaft etwa“, führte Torsten Möller aus. Gegen für immer sichtbare Schneisen, mögliche Veränderungen der Böden zum Nachteil der Landwirtschaft und die denkbare zusätzliche Strahlenbelastung der Bevölkerung. Denn: „Langzeitforschungen am Menschen, die an solchen Mega-Stromtrassen leben, gibt es schlicht nicht“, sagt Oliver Radel.

Ausdrücklich wehren sich die Veranstalter, nach dem Sankt-Florians-Prinzip zu handeln: „Die Energiewende ist zu begrüßen – sofern sie intelligent und dezentral umgesetzt wird.“ Konkretes Beispiel: Biomasse-Brennöfen, mit denen nicht nur Strom erzeugt, sondern auch Klärschlamm verwertet werden könne. 

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