Mobil in Wehretal geplant 

Bürgerbus soll für mehr Mobilität sorgen 

Wehretal. Die Gemeinde Wehretal möchte einen Bürgerbus einrichten. Damit sollen vor allem die Senioren zu Ärzten und Apotheken kommen. 

Was muss man sich unter einem Bürgerbus vorstellen?

Das ist ein Kleinbus, der wie ein normaler Bus auch Menschen von einem Ort zum nächsten bringt. Im Unterschied zu dem des öffentlichen Nahverkehrs aber wird der Bürgerbus von Ehrenamtlichen gelenkt – auf Strecken, die der ÖPNV nicht bedient. Er ist dabei als Ergänzung und keinesfalls als Ersatz von dessen Angebot anzusehen. Die Mitfahrten sind kostenlos.

An wen richtet sich das Angebot?

Vor allem an die ältere Generation. „Viele Senioren können oder wollen kein Auto mehr fahren, sind dann durch fehlende Nahverkehrsangebote in ihrer Mobilität eingeschränkt“, sagt Berkatals Bürgermeister Friedel Lenze. „Das würden wir gerne ändern.“ Für ihn habe das Projekt deshalb einen hohen Stellenwert. Die gleiche Motivation hat auch Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans: Seine Gemeinde und die aus Berkatal wollen deshalb einen gemeinsamen Bürgerbus installieren.

Daneben liebäugelt auch die Gemeinde Wehretal mit einem solchen Angebot: „Wir führen derzeit schon Gespräche, damit wir das Projekt möglichst schnell umsetzen können“, sagt Bürgermeister Jochen Kistner.

Wann können die Bürger mit den ersten Fahrten rechnen?

Das hängt von zwei Faktoren ab: So müssen sich zum einen genügend Fahrer finden, die diese Aufgabe auch übernehmen wollen – ehrenamtlich. „Wir planen deshalb noch eine Bürgerversammlung“, sagt Junghans. Gleiches ist nach Auskunft von Kistner auch in Wehretal geplant.

Zum anderen spielt auch die Finanzierung eine Rolle: So fördert die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ bereits vereinzelt Projekte. Und laut Ankündigung von dessen stellvertretendem Kuratoriumsvorsitzenden und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir soll diese Förderung im kommenden Jahr noch intensiviert werden. Die Leitlinien dazu werden derzeit von der Stiftung, dem hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium sowie dem Fachzentrum für Mobilität im ländlichen Raum erarbeitet. „Sobald wir da Genaueres wissen, legen wir auch los“, verspricht Junghans.

Können die jetzt interessierten Gemeinden auf eine Unterstützung rechnen?

Auf die von der Landesstiftung auf jeden Fall – entweder finanziell oder in dem Bereitstellen von Fachwissen. Wichtig ist dabei, wie das Projekt organisiert wird, also über welche Organisation der Leasingvertrag abgeschlossen wird. Die Gemeinden Berkatal und Meißner haben da schon mal Glück: Mit der Stellenwert GmbH haben sie einen Partner an ihrer Seite, der sich um das Fahrzeug kümmern würde.

Und wie sieht die praktische Umsetzung aus?

„Der Ansatz liegt bei uns bei drei Tagen in der Woche“, sagt Wehretals Bürgermeister Kistner. Angefahren werden sollen dann zum Beispiel Ärzte und Apotheken. Gleiche Haltestellen sind in Berkatal und Meißner geplant.

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