53,2 Prozent

Bürgermeisterwahl in Wehretal: Timo Friedrich hat gewonnen

Verbrachten den Wahlabend zusammen: Thomas Freitag und Timo Friedrich.

Wehretal. Timo Friedrich hat die Bürgermeisterwahl in Wehretal mit 53,2 Prozent für sich entscheiden.

Aktualisiert um 00.20 Uhr. Bei der Bürgermeisterwahl in Wehretal sind mittlerweile alle Stimmen ausgezählt. Timo Friedrich hat sich mit 53,2 Prozent der Stimmen gegen Thomas Freitag durchgesetzt. 

Insgesamt wurden 3087 Stimmen abgegeben, davon 902 per Briefwahl, 40 waren ungültig. Für Friedrich haben 1621 Wehretaler gestimmt, für Freitag 1426. Die Wahlbeteiligung lag bei 75,05 Prozent.

Sieger Friedrich freut sich: "Ziel erreicht." Er hat sich gute Chancen durch seinen Einsatz im Wahlkampf ausgerechnet. Thomas Freitag hat nach Bekanntgabe des Ergebnisses die Veranstaltung relativ bald verlassen, da alle Stimmen erst gegen 23 Uhr und somit zu einem späten Zeitpunkt ausgezählt waren.

Gemein ist den beiden, dass sie beide die gleichen Initialen haben, dicht beieinander in Reichensachsen wohnen, jeweils Frau und zwei Kinder haben und das Beste für die Gemeinde Wehretal wollen.

Die Unterschiede hingegen fangen schon bei der Parteizugehörigkeit an: Während Thomas Freitag bekennender Sozialdemokrat ist und während des Wahlkampfes von der örtlichen SPD unterstützt wird, hat Timo Friedrich kein Parteibuch vorzuweisen, konnte und kann sich jedoch auf den Rückhalt der drei Oppositionsparteien FWG, CDU und FDP verlassen.

Die Personen

Mit 53 Jahren ist Thomas Freitag der ältere der beiden Kandidaten. Aufgewachsen ist er in Oberdünzebach, seit genau 30 Jahren wohnt er mittlerweile in Reichensachsen. Der Diplom-Verwaltungswirt, der beim Werra-Meißner-Kreis im Fachbereich Bildung und Kreisentwicklung zu gleichen Anteilen für die Fachdienste Schulen und Kreisentwicklung sowie Sport und Ehrenamt zuständig ist, ist Mitglied in sechs örtlichen Vereinen: beim SVR, beim Gartenbau- sowie dem Werratalverein, bei der Feuerwehr, den Bogenschützen und dem Blau-Weiß Vierbach. Er spielt gerne Tischtennis, geht wandern und joggen und fährt Fahrrad. Was er nicht mag: Kaffee.

Der 46-jährige Timo Friedrich ist in Reichensachsen geboren, lebt nach wie vor im elterlichen Haus und ist seit jeher Fan des Wichtelfestes: Sein Vater Bernhard hat das jahrzehntelang organisiert. Dessen ehrenamtliches Engagement hat den derzeitigen Büroleiter aus Nentershausen jetzt auch dazu bewogen, zu kandidieren und etwas für seine Heimatgemeinde zu tun. Der Verwaltungsfachwirt, der Mitglied in der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr ist, liebt neben Ordnung das Kochen und Grillen; zudem schaltet er entweder bei der Gartenarbeit, dem Mountainbike-Fahren in den heimischen Wäldern oder beim Spielen mit seinen Söhnen ab.

Die Ziele

Das Bestehende zum Beispiel hinsichtlich der Vereinsaktivitäten und der Einkaufsmöglichkeiten erhalten und noch ausbauen: Das wollen beide Kandidaten. Thomas Freitag möchte sich zudem in Sachen Bürgerhaus engagieren: Das sei einst einmal richtig schön gewesen, „da möchte ich wieder hin“. Zudem soll die Ortsteilpflege wieder intensiviert werden, ebenso die Angebote für Jugendliche, für die es derzeit keinen Raum gebe. „Man kann ihnen den aber nicht wegnehmen, ohne einen anderen anzubieten.“ Auch für den Erhalt des Bahnhaltepunktes und die Anschaffung eines Bürgerbusses möchte er sich einsetzen.

Timo Friedrich möchte sich zum einen für eine ehrenamtliche Seniorenbetreuung einsetzen, die zum Beispiel bei der Beantragung der Rente helfen soll. Auch einmal jährlich stattfindende Bürgerversammlungen möchte er im Fall einer Wahl den Bürgern anbieten. Dem Leerstand in den Ortskernen möchte er mit einem entsprechenden Kataster entgegenwirken, und ein Nutzungskonzept der gemeindlichen Gebäude soll den Vereinen aufzeigen, welche Räume zur Verfügung stehen.

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