Dieter Franz tritt in den landespolitischen Ruhestand

Nimmt Abschied: Dieter Franz verabschiedet sich mit dem Ende der Legislaturperiode in der übernächsten Woche aus dem Landtag. Der SPD-Abgeordneter nimmt symbolisch Abschied vom Hessenlöwe. Foto: Sagawe 

Reichensachsen – Dieter Franz ist Vorsitzender des Kreistags Werra-Meißner. Das bleibt er auch noch eine Weile. Abschied nimmt der SPD-Politiker allerdings schon in der übernächsten Woche als Landtagsabgeordneter.

Dieter Franz hat ganz genau nachgerechnet: „Wenn ich am 17. Januar im Landtag verabschiedet werde, habe ich 51 Jahre, vier Monate und 17 Tage gearbeitet.“ In der kommenden Woche feiert Franz seinen 67. Geburtstag. Zeit für den Ruhestand.

Allein 15 Jahre vertrat der Sozialdemokrat den südlichen Teil des Werra-Meißner-Kreises in Wiesbaden, er war Geschäftsführer seiner Partei im Unterbezirk und arbeitete davor bei VW. Franz gehört dem Kreistag an, ist dessen Vorsitzender und will dieses Mandat auch bis zum Ende der Legislaturperiode in gut zwei Jahren wahrnehmen. „Aber dann ist Schluss“, sagt er. Er wolle die gewonnene Freizeit nicht mit neuen Aufgaben kompensieren. „Ich habe nicht vor, mich im tausend Vereinen zu engagieren.“ Die Freizeit des Abgeordneten wird neben dem Kreistag der Arbeiterwohlfahrt, dem Förderverein Germerode und der Initiative Feuerwehrstiftung gehören. „Das war meine Idee“, sagt Franz zur Entstehung der Stiftung.

Um seine Partei ist dem Politiker trotz der äußerst schwierigen Lage der SPD nicht bange. Die Ergebnisse könne „man nicht dem Wähler vorwerfen“, sagt er. „Wir müssen vor der eigenen Haustür kehren, dann bekommen wir das auch wieder hin.“ Die SPD müsse sich auf die Dinge konzentrieren, die die Menschen angehen, von denen sie gewählt werde. Und das seien die Interessen der Arbeitnehmer. Dabei ist Franz vor allem Authentizität wichtig: „Die Leute haben ein Gespür dafür, ob das Engagement echt ist, oder ob man nur einer Schlagzeile hinterher hetzt.“

Ein gesellschaftliches Problem sieht der Sozialdemokrat darin, dass „viele Menschen an den Sozialsystemen nicht teilnehmen“. Beamte würden beispielsweise nicht in die Rentenkasse einzahlen. „Wenn es um Solidarität gehen soll, dann geht das nur über mehr Breite.“ Aber natürlich sei auch die Sicht der Beamten verständlich.

Ob die 2008 gescheiterte Regierungsbildung mit Linken und Grünen eine verpasste Chance war? „Für die Sozialdemokratie war es ein Schlag ins Kontor“, antwortet Franz. Als Vorsitzender des Kreistages werden Franz in den nächsten Jahren vor allem der Neubau des Verwaltungszentrums und die damit verbundenen Schwierigkeiten beschäftigen. „Es wird darauf hinauslaufen, dass wir in Abschnitten bauen“, sagt er. Der Verwaltungsneubau sei eine Notwendigkeit. Im ersten Halbjahr 2019 rechnet Franz mit einer Entscheidung des Kreistages.

Den Rückblick auf die Zeit im Landtag verbindet Franz mit einigen Erfolgen. Er nennt schulpolitische Entscheidungen in der Diskussion um die Unterrichtsjahre an Gymnasien, die Versenkung der Nord-Süd-Stromtrasse in die Erde dort, „wo Menschen belastet würden“, die Bemühungen um das Schwalbenthal und schließlich die Autobahn 44. Auch wenn es durch die Straße keine Unternehmensansiedlungen mit tausenden Beschäftigten geben werde, „durch diese Straße sind wir nicht abgehängt“, sagt Franz, „ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir dadurch Menschen in der Region halten.“

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