Gemeinde stellt Unterkunft

Durch Großbrand alles verloren: Reichensächser Familie steht vor dem Nichts 

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Hoffnungsloser Anblick: Die Familie Koch aus Reichensachsen hat bei dem Brand, der am Dienstag ihr Haus an der Lessingstraße vernichtete, alles verloren.

Nach dem Großbrand eines Zweifamilienhauses am Dienstagmorgen an der Reichensächser Lessingstraße stehen die vier Bewohner vor dem Nichts.

„Ich habe meinen Hund geschnappt und bin sofort rausgerannt“, sagt Katharina Becker. Sie hielt sich um kurz nach 10 Uhr im Untergeschoss des Haues auf, als Nachbar Horst Pichl an der Tür klopfte. Er kam gerade von einem Arztbesuch und sah Qualm aus den Rollläden ziehen. „Ich wusste, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ich bin zum Haus gerannt und habe einem Bauarbeiter zugerufen, dass er die Feuerwehr alarmieren soll“, berichtet Pichl. 

Danach ist er mit der 56-jährigen Bewohnerin, die sich ebenfalls im Untergeschoss aufhielt, ins verqualmte und bereits stark durch das Feuer aufgeheizte Obergeschoss gestürmt, wo der Hauseigentümer Herbert Koch schlief. Pichl robbte sich über den Boden und zog Koch aus dem Zimmer. Dabei erlitt das Ehepaar Koch eine Rauchgasvergiftung und wurde anschließend ins Krankenhaus gebracht. Der Sohn von Ehepaar Koch, Bewohner des unteren Geschosses, befand sich zu diesem Zeitpunkt an der Arbeit. Seine Freundin Katharina habe ihn angerufen, woraufhin er sofort nach Hause gefahren sei. „Ich war einfach nur froh, dass alle rechtzeitig aus dem Haus fliehen konnten“, sagt Stefan Koch. Sein ganzes Leben hat der 24-Jährige, der auch der Feuerwehr Reichensachsen angehört, mit seinen Eltern in diesem Haus gewohnt.

Untergeschoss ausgebaut 

Zuletzt hat er das Untergeschoss für sich und seine Freundin ausgebaut. „Einen Tag vor dem Brand kam unser neues Sofa. Die Küche haben wir auch erst neu gemacht“, sagt Koch.

Die Ursache des Feuers ist der Familie unklar. Ebenso das Versagen der im Haus angebrachten Rauchmelder. Aufmerksam wurden sie auf das Feuer erst durch ihren Nachbarn. Stefan Koch und seine Freundin schauten dem Brand zu, bis die letzten Löscharbeiten am Dienstagabend beendet waren. „Alles, was wir uns zusammen aufgebaut haben, ist nun verloren.“ Die ersten Nächte kann die Familie im Reichensächser Bürgerhaus unterkommen. „Bürgermeister Timo Friedrich hat sich sehr für uns eingesetzt. Er ist jetzt auf der Suche nach einer Unterkunft für uns“, sagt Koch. Am Mittwochmorgen schaute sich das Paar die Trümmer ihres ehemaligen Zuhauses. „Es ist alles weg, wir können nichts mehr machen“, sagt Katharina Becker.

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