Drei Künstler stellen aus

Erste Kunstausstellung in Vierbach eröffnet Samstag

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Stellen ihre Werke gemeinsam aus: Silke Knieps zeigt ihre Fotografien, Klaus Lange seine zusammengesetzten Objekte wie hier den Rentner. 

Vierbach. Zum ersten Mal gibt es in Vierbach eine Kunstausstellung. Die findet in der Obstweinschänke statt. 

Auf einmal war er da, der schöne, große Raum: Als Harry Knieps über seiner Obstweinschänke in Vierbach einen Fußboden gelegt hat „und wir da deshalb sowieso schon am Arbeiten waren, haben wir auch gleich noch eine Wand eingezogen und die Decke neu gemacht“, sagt er so, als ob das das Selbstverständlichste der Welt wäre. Schnell haben er und seine Frau Silke eine Bestimmung dafür gefunden: Der Kunst sollte dieser Raum fortan gehören. Und so eröffnet dort am Samstag, 30. September, ab 17 Uhr die erste Kunstausstellung in dem kleinsten Ort von Wehretal.

Gezeigt werden die Werke von gleich Dreien, die sich gar nicht als Künstler bezeichnen: „Wir haben einfach Spaß an dem, was wir machen“, sagt Silke Knieps schlicht, die einst Kunst auf Lehramt studiert, ihr künstlerisches Dasein im Laufe der Jahre aber etwas zurückgestellt hat. Geändert hat sich das durch eine mehrmonatige Reise nach Neuseeland: Als „Inspiration“ beschreibt sie diese, weshalb sie ein paar wenige Dutzend ihrer dort zu Hunderten gemachten Fotos ausgewählt und in unterschiedlichen Größen ausgedruckt hat. Beeindruckende Landschaften sind darauf zu sehen, Detailaufnahmen ebenso wie das Zuhause der Hobbits: Denn gedreht worden ist Herr der Ringe in Neuseeland.

Neben ihr kommt auch eine noch ganz kleine Künstlerin groß raus: Knieps dreijährige Enkelin Malina. Die darf bei der Oma vieles, was ihr Spaß macht: Die Hände tief in die Farbe tauchen zum Beispiel, um damit anschließend Bilder zu gestalten. „Wir machen das immer zusammen und kommen dabei dann zur Ruhe“, freut sich Silke Knieps über die gemeinsame Zeit mit ihrer Enkelin. „Das macht unglaublich viel Spaß.“

Der dritte im Bunde ist ein Mann: Klaus Linge aus Eschenstruth. Bis vor Kurzem wusste der noch gar nichts von Knieps’ Leidenschaft, die seiner eigenen sehr ähnlich ist: „Ich gestalte etwas, was vor allem mir und nicht den anderen gefallen soll.“ Dennoch ist er gespannt, was die Besucher der Ausstellung zu seinen Werken sagen: Die setzen sich aus ausrangierten Dingen wie alten Wasserhähnen, Schrauben oder Drähten zusammen und „bekommen in ihrem Ergebnis eine neue Funktionalität“, sagt Linge.

Er fügt mit einem Lachen hinzu, dass er der „Sammler vor dem Herren“ sei, also nichts wegschmeißen könne und so die Materialen zusammenbekommt. Die Bezeichnung von Harry Knieps, dass er ein Hobby-Schrottkünstler sei, kann er nicht abstreiten: „Die Frage ist ja, ob meine Kunst Schrott ist oder der Schrott die Kunst“, erklärt er und lacht wieder.

Zu sehen ist die Kunstausstellung auch am Montag, 2. Oktober, ab 17 Uhr sowie an den Wochenenden 7. und 8. sowie 14. und 15. Oktober ab jeweils 13 Uhr. 

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