Die Freien Wähler informieren über Klimapolitik und die Umsetzung im Kreis

Die Freien Wähler Dr. Claus Wenzel (links) und Tobias Adam (rechts) haben Jürgen Binning eingeladen, der über die Klimapolitik referierte. Foto: Lorenz Schöggl

Mittwochabend berichtete Jürgen Binning, Diplom-Ingenieur und Berater für Energie- und Umweltmanagement, vor rund 60 Zuhörern über Schlagwörter und aktuelle Entwicklungen in der Umweltpolitik.

Alljährlich laden die Freien Wähler anlässlich des politischen Aschermittwochs zu Tischgesprächen und einem anschließenden, öffentlichen Referat ein. „Parteien haben einen Bildungsauftrag. Diesen erfüllen wir mit Veranstaltungen wie dieser“, begründet Dr. Claus Wenzel, Kreisvorsitzender der Freien Wähler, das Veranstaltungskonzept.

Globales Klima

Klimanotstände werden ausgerufen, politische Ziele gesetzt und Demonstrationen auf die Beine gestellt: „Es gibt gute Lösungsansätze, auch wenn viele Bewegungen inzwischen nicht mehr geerdet sind“, so Binning. Fest stehe, dass das Klima sich wandelt: 2019 sei das drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung gewesen. Es zeige sich global und auch in der Wirtschaft eine Reaktion darauf: „Wir bewegen uns auf ein neues System zu: eine sozial-ökologische Marktwirtschaft“. Saudi-Arabien plant beispielsweise als größter Ölproduzent, die Metropole Neom mit ausschließlich erneuerbaren Energien (EEG) zu versorgen. Die EU habe sich eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40 Prozent zum Ziel gesetzt.

Werra-Meißner-Kreis

Der Kreis habe zwei zentrale Ziele zu erfüllen. Zum einen sollen bis 2030 65 Prozent des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden – derzeit werden 59 Prozent erreicht, weshalb dieses Ziel erreichbar sei. „Es wird aber immer erzählt, wie gut wir seien, doch im Vergleich ist das nur mittelmäßig“, so Binning. Der Landkreis Kassel versorge sich zu 93 Prozent aus erneuerbaren Energien. Das zweite Ziel sei, die CO2-Emissionen von 2011 bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Derzeit seien erst 30 Prozent erreicht, weshalb das Ziel nicht mehr erreichbar sei, zumal die ersten Verbesserungen (Windkraft) leichter zu erreichen seien als weitere.

Jeder Mensch sei daher aufgerufen, sich zu beteiligen: „Der beste Weg ist die eigene Energieproduktion“. Wer aktuelle Wechselprämien nutze, um sich selbst mit Strom und Wärme zu versorgen, spare und erreiche am meisten.

Binning empfiehlt jedem, über Websites wie fussabdruck.de seine eigenen ökologischen Auswirkungen zu berechnen. Im Schnitt stehen jedem Menschen 1,7 ökologische Hektar zur Verfügung; jeder Deutsche nutze aber über fünf Hektar. „Wie soll es weitergehen, wenn plötzlich andere Länder unseren Lebensstandard samt Fleischkonsum erreichen wollen?“. Diese Frage müsse sich jeder Mensch selbst beantworten.  lsc

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