An der Friedrich-Ebert-Schule arrangiert man sich auch ohne Sekundarstufe

Als Grundschule stark

Reichensachsen. Fünf Jahre lang hat der Abschied der Friedrich-Ebert-Schule von der Sekundarstufe I gedauert, jedes Jahr verschwand ein Jahrgang. Jetzt ist die FES eine reine Grundschule mit dem Einzugsgebiet Reichensachsen, Langenhain, Hoheneiche, Oetmannshausen, Vierbach, Eltmannshausen, Niddawitzhausen und Oberhone.

Der neue Status hat auch personelle Konsequenzen. Der bisherige Schulleiter Friedhelm Führer, von Haus aus Realschullehrer, ist zur Brüder-Grimm-Schule nach Eschwege gewechselt. Neuer Rektor in Reichensachsen ist seit Beginn des Schuljahres Patrick Busch. Der Grundschullehrer ist verheiratet mit einer Lehrerin, wohnt in Lispenhausen und war zehn Jahre an der Regenbogenschule in Sontra tätig. Wie das aus Sparsamkeitsgründen so ist im Lande Hessen, muss sich Busch für ein Jahr mit dem Titelzusatz „kommissarisch“ begnügen.

Das hat er gewusst und sich dennoch bewusst nach Reichensachsen beworben, denn er wollte nicht nach kurzer Zeit schon wieder wechseln, wenn eine Schule geschlossen wird. Die Gefahr sieht er für die FES nicht, da sie mit 205 Schülern in zehn Klassen 1 bis 4 eine stabile Größe hat. Mit dieser Stärke kann sie platzmäßig aus dem Vollen schöpfen. Zwar hat die benachbarte Paul-Moor-Schule schon vor geraumer Zeit Einzug in einige Klassenräume gehalten, aber es bleibt genug übrig für das Ganztagsangebot mit 20 nachmittäglichen AGs, eine Cafeteria und einen zweiten Musikraum. Eine schulübergreifende Werkstatt gibt es auch schon länger.

Die Trennung von der Sek I könne auch von Vorteil sein für die verbliebene Grundschule, auf die sich das 14-köpfige Kollegium nun konzentrieren könne, kann Patrick Busch dem degradierten Schulstatus auch etwas Positives abgewinnen. Schon drei Jahre im Amt als Konrektorin ist Nadine Schaumburg.

Nach einem zwischenzeitlichen Hoch mit Platzproblemen - die Grundschüler sind in die Alte Schule ausgewichen - ging die Schülerzahl rapide zurück. Auch eine Kooperation mit der Karlheinz-Böhm-Schule Waldkappel konnte die Schließung von Haupt- und Realschulzweig nicht verhindern. Jetzt soll wenigstens die Grundschule Bestand haben.

Von Helmut Mayer

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