Alpenländische Weihnachtskrippen aus Hans Deckes Hand

Mit seinem Lieblingsstück: Der 63-jährige Hans Decke baut selbst Krippen. Mehr als 20 werden am Wochenende zum Verkauf ausgestellt. Auch selbstgebaute Laternen können erworben werden, in die ebenfalls ein kleines Krippenspiel eingebaut ist. Foto:  Wüstefeld

Hoheneiche. Mehr als Weihnachts-Krippen hat Hans Decke schon gebaut: Der 63-Jährige aus Hoheneiche stellt die am Wochenende in Reichensachsen aus.

Knöchelhoch liegen die Sägespäne unter der Kreissäge von Hans Decke. Mit jedem weiteren Kreischen des Werkzeuges wächst der Berg weiter, was den 63-Jährigen nicht weiter stört: Konzentriert setzt er das Holz immer wieder erneut an die Sägeblätter, um es Stück für Stück auf die richtige Größe zuzuschneiden.

Stundenlang kann sich der gelernte Einzelhandelskaufmann mit Holzarbeiten beschäftigen, vergisst um sich herum Raum und Zeit, hat nur seine Vision vor Augen: den Bau einer nächsten Weihnachtskrippe. „Derzeit habe ich gut 22 fertig“, sagt Decke, „alle einzigartig und in unterschiedlichen Größen.“

Alles alpenländische Krippen

Gemeinsam haben sie dennoch etwas: „Es handelt sich bei allen um alpenländische Krippen, „da habe ich eine Vorliebe für“, gibt der 63-Jährige zu. So gibt es kleine Kieselsteine, die den Dachgiebel verzieren, verputzte Wände und Ballustraden um die ersten Stockwerke herum. Sogar Schornsteine sind eingebaut: „Die sind abnehmbar und feuerfest, sodass man dort je nach Vorliebe auch eine Räucherkerze reinstellen kann.“

Auch ansonsten macht sich die Liebe zum Detail bemerkbar: Holzleitern stehen an die Hauswand gelehnt, die Türen lassen sich aufgrund selbst gebauter Mini-Scharniere problemlos öffnen. Und ein Futtertrog vor dem Haus komplettiert das Bild. „Ich baue alles selbst“, sagt Decke, dessen Augen beim Erzählen von seinem Hobby anfangen zu leuchten und der plötzlich lebhafter wird. Gut 1000 Schindeln habe er für seine Krippen hergestellt, bei seinem größten Bauwerk „habe ich nach 60 Stunden aufgehört zu zählen, wie lange ich daran gearbeitet habe.“

Lieblingsmaterial Holz

Wann er angefangen hat, überhaupt mit Holz zu arbeiten, weiß er noch: „Das war 1989, als es zu den Bierkästen kleine Lastwagen gab.“ Weil er letztere sammelte, fing er an, für diese Vitrinen zu bauen, schnell kamen weitere für andere Stücke hinzu. „Ich habe dann auch welche für Ausstellungen gebaut.“ Im Haushalt der Deckes gibt es zudem weiteres Selbstgebautes: Brettspiele wie Mensch-ärgere-dich-nicht kauft der 63-Jährige nicht, sondern stellt sie selbst her.

Irgendwann dann entdeckte Decke, der evangelisch ist, seine Liebe zu den alpenländischen Krippen und geht seitdem dieser Leidenschaft nach, sobald er von der Arbeit zuhause ist. Auch Laternen, in denen ein kleines Krippenspiel eingebaut ist, fertigt Decke an. „Eine konkrete Vorstellung habe ich zu Beginn gar nicht“, sagt Decke, der mit verschiedenen Holzarten wie Buche, Kiefer und Eiche arbeitet. Erst während des Arbeitens kristallisiere sich heraus, was wie aussehen soll. „Die Ideen sind auf jeden Fall alle in meinem Kopf, Vorlagen habe ich nicht.“

Verkauf im Blumenland 

Weil Hans Decke derzeit viele weitere Visionen in seinem Kopf, aber keinen Platz mehr zum Unterstellen hat, möchte er seine Krippen jetzt ausstellen und verkaufen: Das geschieht am kommenden Wochenende, 21. und 22. November, im Blumenland Decke in Reichensachsen am Bahnhof. Samstag ist von 17 bis 20 Uhr geöffnet, Sonntag von 11 bis 18 Uhr. An beiden Tagen gibt es zudem noch eine Adventsausstellung. Der Eintritt ist frei.

Von Constanze Wüstefeld

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